raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

Monat: Dezember 2024

Dahoam is dahoam

Ja, es ist schon etwas anderes, Weihnachten wieder gemeinsam mit der Familie zu feiern – noch dazu weiße Weihnachten in den Tiroler Bergen. Ganze drei Wochen sind wir jetzt schon daheim, aber schon in den ersten Tagen haben wir uns so gefühlt, als wären wir nie weg gewesen. Bevor wir aber wie versprochen die abschließenden Zahlen, Daten und Fakten zu unserer Reise liefern, müssen wir noch die letzten Ereignisse bei unserer Ankunft erzählen.

Ausgerechnet der letzte von insgesamt 39 Flügen war dann noch der Spannendste. Der Flug von Lima nach Amsterdam hatte 45 Minuten Verspätung, und wenn der Anschlussflug nach München nicht ebenso verspätet gewesen wäre, hätten wir ihn nie und nimmer erwischt, da unsere Umstiegszeit lediglich 1h 15min betrug. In Amsterdam war es nämlich ziemlich stürmisch am 6. Dezember, und als wir dann in der Ankunftshalle auf die Tafel mit den Fluginformationen sahen, war diese komplett rot – fast alle Flüge waren verschoben oder gestrichen worden. Beide unserer Flüge hatten wir direkt bei der Linie KLM unter einem gemeinsamen Buchungscode gebucht, somit ist dann auch die Fluggesellschaft für die weitere Organisation verantwortlich, sollte man einen Anschlussflug verpassen. Generell war die KLM eine der feinsten Fluglinien, an Bord konnte man sogar gratis WhatsApp benutzen und die Verpflegung war auch in Ordnung. Fast zwei Stunden später hob dann unsere Maschine in Amsterdam ab. Leider war es in München genau so stürmisch und der Pilot brach die turbulente Landung nur wenige Meter über dem Boden ab und riss das Flugzeug in einer steilen Kurve nochmal nach oben. Ich schaffte es fast nicht, Romana zu beruhigen, die wie viele andere Fluggäste ziemlich verängst war. Oje… hoffentlich müssen wir wegen dem starken Wind nicht auf einem anderen Flughafen landen, dachte ich mir. Aber wir zogen eine Schleife und der Pilot versuchte ein zweites Landemanöver, welches dann gottseidank problemlos klappte. Diesmal dauerte die Gepäckausgabe auch nicht so lange wie damals, als wir von Peking kamen, denn es war ja ein Intra-Schengen-Flug und der Pass war schon in Amsterdam kontrolliert worden. Mein Papa und meine Schwester warteten schon auf uns und wir ließen es uns nicht nehmen, unsere Mägen im sehr vollen Airbräu mit Schweinsbraten und Bayrischen Bier zu füllen. Und als wir dann in Kufstein über die Grenze fuhren, brach dann doch der Patriot in mir durch und wir sangen alle lautstark im Auto „Dem Land Tirol die Treue“ 😅

Das große Finale

Die Unterkunft in Cusco ermöglichte es uns dankenswerterweise schon am Vormittag einzuchecken, denn wir waren (wieder einmal) sehr geschlaucht. Sich einen Tag lang auszuruhen, darf aber auch schon mal sein. Die Unterkunft “Linda House” liegt etwas außerhalb, dafür kostet die Nacht nur 11€, inklusive Frühstück mit frisch gepresstem Fruchtsaft (Mango, Orange, Papaya) 🤤 Sie ist aber in 10 Minuten mit dem Bus zu erreichen und dieser kostet pro Fahrt nur 1 Sol (25 Cent) und man wartet nie länger als 2 Minuten, bis der nächste (Mini-)Bus vor der Haustür angerollt kommt. Die Kassiererinnen im Bus machen immer mächtig Stress (“Sube! Sube! Vamos!”), dass man möglichst schnell einsteigt und sie keine Zeit verlieren. Manchmal bleibt der Bus gar nicht richtig stehen und man muss im Fahren aufspringen oder aussteigen 😂 Trotzdem ist es herzerwärmend anzusehen, wie sie z.B. älteren Leuten helfen einzusteigen. Das merkt man in ganz Lateinamerika deutlich, wie sich die Leute untereinander noch viel mehr helfen… Im Gegensatz zu Europa, wo sich leider die meisten selbst am Nächsten sind.

Wir überlegten lange, welche Touren wir von Cusco aus noch machen wollten, denn mit November/Dezember beginnt die Regenzeit in dieser Region. Die Entscheidung fiel auf den Regenbogenberg Palccoyo. Dieser stellt die weniger überlaufene Variante des bekannteren Rainbow Mountains “Vinicunca” dar, bei dem sich laut unserem Guide bis zu 1000 Touristen täglich tummeln. Auf unserer Runde beim Palccoyo sahen wir dann vielleicht nur 50 andere Leute… 

Schon die lange Anfahrt durch die spektakuläre Landschaft, vorbei an winzigen Andendörfern mit einfachen Lehmhütten zahlte sich aus. Der Bach, der durch das Tal fließt, weist eine rote Farbe auf, wahrscheinlich wegen dem rötlichen Gestein der Berge. Nach kurzer Wanderung standen wir dann inmitten mehrerer Rainbow Mountains, die ihren Namen den bunten Streifen verdanken, die von diversen mineralischen Ablagerungen herrühren. Ich spürte wieder einmal extrem die Höhe und war ziemlich matt, wir waren nämlich schon wieder auf knapp unter 5000 Metern unterwegs. Jetzt sind wir schon fast 14 Monate unterwegs und haben bereits extrem Vieles sehen und erleben dürfen, aber anscheinend gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Diese merkwürdige Berglandschaft versetzte uns nur noch ins Staunen! Mit dem Wetter hatten wir Glück, es war nur leicht bewölkt und teilweise kam sogar die Sonne durch!

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