Für unsere letzte Woche in Neuseeland hatten wir nochmal ein Traumwetter – meist wolkenlos! Am türkisblauen Lake Tekapo noch eine kleine Wanderung, bevor es nach Timaru ins Schwimmbad ging. Am darauffolgenden Tag entschieden wir uns aufgrund des herrlichen Wetters, nochmal ins Landesinnere in die Berge zu fahren, genauer gesagt zum Herr-der-Ringe-Drehort für Edoras und Helms Klamm. Die Fahrt dorthin führt über eine ewig lange Schotterstraße, vorbei an nur noch vereinzelten Farmen. Eine kurze Wanderung bringt einen auf den Mount Sunday, der so heißt, weil sich dort früher immer sonntags die umliegenden Farmer getroffen haben. Die Aussicht in die unbewohnten Täler ist wirklich spektakulär. Wir übernachteten einfach auf dem Wander-Parkplatz, und am nächsten Morgen ließen wir uns ein Frühstück im wohl abgelegensten (und komplett autarken) Café Neuseelands schmecken, der Mt. Potts Lodge. Nach sehr kalorienreichen Eggs Benedict und Pancakes brauchten wir einen Verdauungsspaziergang, weshalb wir den Lake Clearwater in 2,5h umrundeten. Ursprünglich wollten wir zwar einen Gipfel besteigen, aber irgendwie fehlte uns dann die Motivation, wohl ausgelöst durch maßloser morgendlicher Völlerei.
Kategorie: Neuseeland
Wir sind dem Südpol sogar noch 7 km näher gekommen als in Bluff, nämlich am südlichsten Punkt der Südinsel, dem Slope Point (nur noch 4803 km 😉). Von dort ging es zur Curio Bay, die einerseits für den „Versteinerten Wald“ und andererseits für eine Kolonie der seltensten Pinguinart, den Gelbaugenpinguinen, bekannt ist. Nachdem wir leider keine Exemplare davon am Strand entdecken konnten, begeisterten uns dafür die versteinerten Baumstämme. Durch eine Ascheschicht eines Vulkanausbruchs und einen Prozess namens Verkieselung wurden hier ganze Bäume zu Stein, man kann sogar die Jahresringe auf den Überbleibseln am Strand sehen! Sehr interessant das Ganze, wieder was dazugelernt!
Nach einem Abstecher zum McLean Wasserfall, der aufgrund der vergangenen Regentage total braun ging, fuhren wir zu einem abgelegenen DOC Campingplatz am Catlins River. Das Department of Conservation ist quasi das Umwelt- oder Naturschutzministerium in Neuseeland und unterhält unter anderem Nationalparks, historische Plätze, Wanderwege, Hütten und eben auch viele (einfache) Campingplätze. Die meisten davon haben nur ein Plumpsklo und kosten 10 oder 15$ pro Person pro Nacht, was für hiesige Verhältnisse recht wenig ist, aber einige sind auch gratis!
Zum Abendessen gab es diesmal nur eine Fertigsuppe mit Knoblauchbrot. Als wir zum Zähneputzen nochmals ausstiegen war es schon stockdunkel. Plötzlich „galoppierte“ etwas von hinten auf Romana zu, welche sich erschrocken umdrehte. Als das Licht der Stirnlampe auf das angreifende Tier fiel, änderte dies seinen Kurs und zischte Richtung Wald davon. Wir sahen nur noch eine dicke, graue Fellkugel davonhüpfen…. Wahrscheinlich ein fettes Possum, wie die unbeliebten, eingeschleppten Beutelratten hier heißen. Das Possum hat sich wahrscheinlich noch mehr erschrocken als wir, sobald es in seinem Sturmlauf uns als Menschen erkannt hat! Wir lachten noch eine ganze Weile darüber, vor allem wegen dem lauten Getrappel, das auch von einem Pony oder Schaf hätte sein können 😂
Die Wettervorhersage für die berühmten Pancake Rocks („Pfannkuchen-Felsen“) war für den nächsten Tag so schlecht, dass wir uns beeilten, noch am gleichen Abend dort vorbeizufahren. Die Entfernung dorthin von der Stadt Greymouth sind eh nur knapp 50 Kilometer durch Niemandsland an der Küste, also quasi ein Katzensprung in Neuseeland. Die Fahrt lohnte sich – die geschichteten Gesteins-Türme, deren Entstehung wissenschaftlich noch nicht geklärt ist, erinnern wirklich an gestapelte Palatschinken. Das Geräusch, wenn die Wellen in die unterhölten Felsformationen donnern, klingt wie eine gedämpfte Explosion oder eine Lawinensprengung. Eine weitere Sehenswürdigkeit auf dem kurzen Rundweg waren die „Haare der Riesenmeerjungfrauen“: Sogenanntes Bull Kelp (eine bis zu 40m lange Algenart) schwimmt auf der Wasseroberfläche, und die Wellenbewegungen lassen die Seetang-Bündel wirklich wie schwimmendes Kopfhaar aussehen.
Am nächsten Tag stand die Hokitika Schlucht an, die normalerweise aufgrund des türkisen Wassers bei den Touristen Entzücken auslöst. Aufgrund des starken Regens in der Nacht hatte das Bachwasser bei uns dafür eine schön braune Farbe 😉 In ganz Neuseeland, aber speziell hier in der Gegend von Hokitika, gibt es sehr viel Greenstone (Jade), der in der Maorikultur sehr geschätzt wird. Wir besuchten eine der vielen Greenstone-Schmuckmanufakturen in Hokitika, aber wie so viele kleinere Ortschaften in Neuseeland wirkte auch diese ziemlich verlassen und als hätte sie die beste Zeit schon hinter sich.
Die erste Nacht auf der Südinsel verbrachten wir auf einem bezahlten Campingplatz, da dieser durch ein Kombi-Angebot mit der Fährüberfahrt quasi gratis dabei war. Es war zufällig Pizza-Tag beim Campingplatz, was bedeutet, dass man sich eine selbstgemachte Pizza (oder in unserem Fall eine Tiefkühlpizza 😉) im Steinofen backen kann. Die TK-Pizza war überraschenderweise erstaunlich gut, laut Romana sogar besser als die letzte „Richtige“ beim vermeintlichen „Italiener“…
Wir kamen nicht so richtig in die Gänge am nächsten Morgen, aber schlussendlich landeten wir bei einer netten kurzen Wanderung bei der Pelorus Bridge, wo wir das erste Mal auf die ominösen schwarzen Bäume trafen, die aussehen als hätte es kürzlich gebrannt. Bei näherer Betrachtung stellt man aber fest, dass der schwarze Überzug leicht gummiartig ist, fast wie ein Moos oder ein Schwamm… vielleicht ein Pilz? Unsere zweite Vermutung war dann richtig – es ist ein ungefährlicher und weit verbreiteter schwarzer Pilz, der sich auf den Ablagerungen von altem Honigtau bildet. Wenn man genau hinsieht, erkennt man viele weiße, herausstehende Fäden mit Tropfen an den Enden. Das sind die Hinterteile von lnsekten, an denen sich der süße Honigtau bildet und viele Bienen anlockt. Wieder was dazugelernt! Nach der Wanderung sprangen wir sogar noch in den glasklaren, smaragdgrünen Bach zum Erfrischen, zogen uns aber wieder schnell um, denn die Sandfliegen machten uns das Leben schwer.
Am nächsten Tag ging es weiter über kurvige Küstenstraßen bis zur Stadt Nelson. Dort machten wir einen kulturellen Zwischenstopp mit Besuch in einer Kunstgalerie namens „The Suter“ (jaaaa sie war gratis – deswegen dürfen wir nicht schimpfen). Als Belohnung gab es für uns danach einen frittierten Schnapper bei einem landestypischen Fish and Chips Lokal (sprich Backfisch mit Pommes). Was noch zu erwähnen ist, dass das Ketchup hier im Lande „Tomato Sauce“ heißt, immer extra kostet und wirklich ekelhaft anders schmeckt.
…ihr denkt jetzt sicher, dass wir beim Schreiben mit dem Kopf auf der Handy-Tastatur eingeschlafen sind. Falsch gedacht! Bei diesen 85 scheinbar zufällig zusammengesetzten Buchstaben handelt es sich um den Namen eines 305 m hohen Hügels in der Sprache der Maori, also der indigenen Bevölkerung von Neuseeland. Dieser unausprechliche Ortsname schaffte es sogar ins Guinnes Buch der Rekorde aufgrund seiner Länge. Laut Wikipedia kann man ihn wie folgt übersetzen:
„Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, seine Flöte für seine Geliebte spielte.“
Was auch immer das genau heißen mag, die Maori sind ja für ihre Geschichten berühmt, die von Generation zu Generation überliefert werden. Auch wir ließen es uns nicht entgehen, das 10 Meter lange Ortsschild abzulesen, aber zuerst noch zu unseren vorhergehenden Erlebnissen.
Vergeht die Zeit bei euch auch so schnell? Schon wieder sind 9 Tage seit dem letzten Artikel vergangen und wir sind schon seit 3 Wochen mit unserem Gefährt durch Neuseeland unterwegs. In dieser Woche haben wir in einer Schleife die Nordinsel durchkreuzt und haben dadurch sehr unterschiedliche Landschaften mit unglaublichen Farbkontrasten gesehen: Von türkisblauen Vulkanseen über grüne, verwunschene Märchenurwälder bis zu schwarzen Lavasandstränden bei kitschig orangem Sonnenuntergang.
Kurz nachdem wir den letzten Beitrag veröffentlichten, gingen auf einmal unsere Seitentüren nicht mehr elektrisch auf. Oje, die Kühlbox und das Aufladen der Handy-Akkus hat sicherlich die Autobatterie leer gesaugt über den ganzen Tag… und wir haben nicht mal ein Starterkabel dabei! Zum Glück hatte eine Camping-Nachbarin ein solches Kabel und ein netter älterer Neuseeländer fuhr mit seinem Jeep sogleich neben unser Auto und half uns beim Starten, was glücklicherweise auch funktionierte! Jetzt nur nicht mehr abstellen und gleich eine größere Runde drehen, damit wir die Autobatterie wieder etwas aufladen. Wir fuhren zur nächsten Tankstelle, da wir sowieso Motoröl kaufen wollten, weil die nachmittägliche Ölmessung einen besorgniserregenden Tiefststand anzeigte. (Wir fanden dann im Nachhinein heraus, dass unsere Vorgänger doch kein volles Service mit Ölwechsel gemacht hatten…). Um unseren tollen Stellplatz am Strand nicht zu verlieren, dachten wir uns, dass wir einfach unseren Camping-Tisch inzwischen stehenlassen. Als wir ca. 30 Minuten später von der Tankstelle wieder zurück kamen, war kein Camping-Tisch weit und breit mehr zu sehen! Das Rätsel um den verschwundenen Billigtisch, den wir erst am Vortag gekauft hatten, löste sich erst auf, als unser Yoga-praktizierender Hippie-Nachbar zurückkam und sagte, er habe geglaubt, wir seien abgereist und hätten den Tisch vergessen…
Nach nur ein paar Stunden Aufenthalt in Sydney/Australien kamen wir endlich in Auckland, der Hauptstadt von Neuseeland (danke Sophia für den Hinweis – Auckland ist zwar die größte, aber natürlich nicht die Hauptstadt, das ist Wellington), an. Unser Plan: Ein Auto kaufen, in dem wir für etwa 2 Monate schlafen und leben werden, während wir die Nord- und Südinsel von Neuseeland erkunden. Das machen viele Reisende hier so, denn es gibt unzählige Camping-Plätze, die teilweise sehr einfach, aber dafür sogar gratis oder sehr billig sind. Das Fahrzeug sollte unbedingt „Self-Contained“ zertifiziert sein, also dass man mind. 3 Tage ohne externe Infrastruktur auskommt. Das heißt, man hat genügend Frischwasser an Bord, einen Abwassertank und eine (portable) Toilette. Ohne diese Zertifizierung ist „Freedom Camping“, also das Wildcampieren, nicht erlaubt und man darf an ganz vielen schönen Plätzen nicht übernachten. Die Regeln wurden aufgrund des Andrangs der letzten Jahre immer wieder verschärft, kürzlich wurde eingeführt, dass alle self-contained Fahrzeuge ein fix eingebautes WC haben müssen.
Am Ende unseres Neuseeland-Trips soll das Auto wieder verkauft werden, hoffentlich zu einem Preis nicht weit weg vom Kaufpreis. Manche hatten schon Glück und konnten einen „Campervan“, wie die umgebauten Kleinbusse heißen, mit einem Gewinn am Ende der Reise verkaufen. Das hängt in Neuseeland aber stark von der Saison ab, in der Hauptsaison von November bis Jänner sind die Preise sehr hoch und Campervans schwierig zu bekommen. Wir hatten ja schon im Vorfeld über Facebook-Gruppen Kontakt mit diversen Verkäufern aufgenommen und Besichtigungstermine ausgemacht. So trafen wir uns am 20. Februar direkt nach Ankunft in Auckland am Flughafengelände mit einem französischem Pärchen und sie zeigten uns einen Nissan Elgrand Baujahr 2005, der schon recht vielversprechend war. Eine Probefahrt durfte natürlich auch nicht fehlen, leider war der Verkehr rund um den Flughafen sehr stark. Wir sagten aber noch nicht fix zu, denn für den kommenden Tag war noch eine Besichtigung mit einem jungen deutschen Paar vereinbart, ebenfalls ein Nissan, aber Modell Serena und Baujahr 2012. Uns war wichtig, dass unser zukünftiges Auto wenig Kilometer auf dem Hodometer hat und nicht zu alt ist, zumindest unter 200.000 km sollten es sein, denn es fahren genügend alte Schüsseln mit über 600.000 km auf Neuseelands Straßen! Aber beide Nissans haben nur etwa 150.000 km, also das passt schon mal.