raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

Kategorie: Guatemala

Tanz auf dem Vulkan

In der schönen Kolonialstadt Antigua, die von mehreren Vulkanen umgeben ist, kamen wir schon um kurz nach 8 Uhr an. Dort gingen wir im Zentrum erstmal frühstücken, und wie in den meisten Touristenzentren gab es auch hier einen ausgezeichneten Cappuccino. Die Preise dafür sind aber schon als mitteleuropäisch zu beziffern… Beim Hauptplatz wollte uns gleich ein Verkäufer einen teuren Transport nach Sumpango vermitteln, wo an jedem 1. November das “Riesendrachen-Fest” stattfindet. Das Steigenlassen von Drachen spielt in Guatemala eine große Rolle und ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Kinder. Allerdings werden in Sumpango keine kleinen Spielzeugdrachen in die Luft gebracht, sondern mehrere Meter große Exemplare, gefertigt aus Bambusstöcken und mehreren Lagen Papier. Wir fragten den Verkäufer, ob es nicht möglich sei mit den Chicken-Bussen nach Sumpango zu kommen und er meinte, dass es ziemlich kompliziert sein würde. Herausforderung angenommen!

Unser Gepäck konnten wir im Hotel abgeben und wir machten uns auf dem Weg zum Busterminal, wo wartende Busfahrer uns erklärten, dass wir nur einmal in Chimaltenango umsteigen müssen und uns gleich den richtigen Bus zeigten. Im Bus war noch kein anderer Fahrgast und ich dachte mir, dass wir jetzt wahrscheinlich ewig warten können bis der Bus voll ist und wir losfahren. Ich sprach den Fahrer darauf an und er meinte, er fährt in 5 Minuten nach Fahrplan los und nicht erst nach einer gewissen Anzahl von zahlenden Fahrgästen. Sieh mal einer an, es existieren sogar ungeschriebene “Fahrpläne”, hätten wir uns nicht gedacht! Bis wir dann aber aus Antigua draußen waren, verging sicher fast noch eine Stunde, denn der Verkehr war stark und alle paar Meter blieben wir stehen, um lautstark weitere Fahrgäste anzuwerben (“Chimal! Chimal!”). In Chimal wartete ein Bus nach Sumpango schon an der nächsten Ecke. So kompliziert wie der Verkäufer uns glauben machen wollte, war es dann doch nicht gewesen 😂

Im Land der Maya

Die ersten paar Tage in Guatemala verbrachten wir auf Flores, einer kleinen Stadt-Insel auf dem Petén-Itzá-See, die mit einer Brücke mit dem Festland verbunden ist. Der erste Tag war leider ziemlich verregnet, da das Wetter von einem an der Belizer Karibikküste wütenden Tropensturm beeinflusst wurde, dem wir allerdings endlich einmal frühzeitig entkommen waren. Am darauffolgenden Tag klingelte der Wecker schon um 03:45 Uhr, denn wir nahmen an der Early-Bird-Tour zur antiken Maya-Stadt Tikal teil, um den späteren Menschenmassen zu entgehen. Das erwies sich als kluge Entscheidung, denn es war Sonntag und als wir unsere Besichtigung um etwa 10:00 Uhr beendeten, strömten die Horden von guatemaltekischen Touristen geradezu beim Eingang herein.

Tikal selbst beeindruckte uns sehr, das Gelände war riesig und die bis zu 65 Meter hohen Tempel und Pyramiden, die teilweise über 2000 Jahre alt und mitten im Regenwald sind, ließen uns noch mehr staunen als die z.B. in Chichen Itzá in Mexiko. Von unserem Guide, selbst ein Maya, erfuhren wir viele interessante Details. Bis jetzt sind nur etwa 20% der schätzungsweise 13000 (!!!) Tempel und Gebäude ausgegraben worden, der Rest liegt weiterhin im Dschungel vergraben. Man erkennt aber an einigen Hügeln, an denen man vorbei wandert, dass sich darunter weitere Pyramiden verbergen. Die Kosten für diese archäologischen Ausgrabungsprojekte sind aber dermaßen immens, dass die Forschungsgelder bei weitem nicht reichen. Guatemala selbst ist arm, weswegen die Ausgrabungen meist von reichen Staaten oder Bündnissen wie den USA, EU oder Japan geleitet werden. Leider landen bedeutende Funde dann meist in ausländischen Museen, obwohl sie für die Maya eine große religiöse Bedeutung haben und eigentlich hierher gehören. Diesen Schmerz konnte man deutlich aus den Worten unseres indigenen Guides heraushören. Ebenso erstaunt hat uns die Tatsache, dass hier im Nationalpark Sichtungen von wilden Jaguaren keine Seltenheit sind, seitdem sie nicht mehr bejagt werden. Für die Menschen sind die großen Raubkatzen nicht gefährlich. Leider war es uns nicht vergönnt, einen Jaguar in freier Wildbahn zu sehen.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén