Wieder mal war der Bus die günstigste Variante, um vom Kawaguchiko nach Tokio zu kommen. Coolerweise war die Endstation genau bei der berühmten Shibuya-Kreuzung, welche wir uns ohnehin anschauen wollten. Diese wird auch Alle-Gehen-Kreuzung oder Scramble-Crossing genannt, da hier im Schnitt 3000 Personen bei Grün gleichzeitig die Straße überqueren, und mit bis zu 500.000 Personen an einem Wochentag eine der am stärksten frequentierten Kreuzungen weltweit ist! Vom Bahnhofsgebäude aus kann man dem Spektakel gut zuschauen, aber wir sind dann auch ein paar mal über die Kreuzung gegangen. Das war wesentlich unspektakulärer, da es gar nicht so auffällt, wenn man sich mit der Masse mitbewegt…
Monat: November 2023
In Kyoto angekommen war es bereits dunkel, denn Mitte November beginnt es auch schon ab 17:00 zu Dämmern auf Japans Hauptinsel. Ausnahmsweise gab es für uns mal amerikanisches Fast-Food, nämlich bei einer bekannten Schachtelwirt-Kette. Da gab es sogar einen Double-Big-Mac mit 4-fach Fleisch 🙈
Interessanter wurde es am leicht regnerischen Morgen, wo wir uns auf dem Weg zu den 1000 Torii (Senbon Torii) machten. Eigentlich sind es schon ca. 10000 rote Tore, die man durchschreitet und die sich auf mehreren Pfaden einen Berg hinaufwinden. Nachmittags war das Wetter dann perfekt (also Regen), um im Hotelzimmer weitere Reiseplanung zu machen bzw. den Blog zu aktualisieren. Wir wollten ursprünglich als nächstes Land Laos ansteuern, aber die Suche nach der besten Route war aufwändiger und kostenintensiver als gedacht, da Vientiane (die Hauptstadt von Laos) international wenig angeflogen wird. Der Gedanke, doch ein anderes Land vorzuziehen, kam auf…
Nach dem beschaulichen Leben auf Kyushu geht es in diesem Beitrag hauptsächlich um das geschichtsträchtige Hiroshima und die quirlige Millionenmetropole Osaka.
Bevor wir mit dem Shinkansen (sehr schneller Zug, „Bullet-Train“) nach Hiroshima düsten, bekamen wir noch den Tipp, dass wir uns das Onsen-Dorf Kurokawa anschauen sollten, in dem man für 1500¥ (~9,50€) drei beliebige Onsen, meist in noblen Ryokans, besuchen kann. Ein Ryokan ist ein traditionelles japanisches Gasthaus zum Übernachten, bei dem man meist auch mit Kaiseki (gehobene Küche) versorgt wird. Oft haben Ryokans auch hauseigene Onsen dabei, und sind meist sehr teuer (ab ca. 100€ pro Nacht p. P.), dafür genießt man exzellenten Service. Wir haben in der Gegend von Nagano eine Nacht in einem Ryokan gebucht, und werden dann im nächsten Beitrag berichten! Die rotgefärbten Bäume, die herbstliche Atmosphäre und die schönen Onsen (unter anderem ein Höhlen-Onsen) machten den Tagesausflug nach Kurokawa zu einem perfekten Abschluss der Kyushu-Insel.
Am nächsten Tag fuhren wir zum ersten Mal mit einem Shinkansen, der uns in nur ca. 1,5h 370km weiter nach Hiroshima brachte. Leider ist das Fahren mit dem Shinkansen ziemlich teuer, wir haben für diesen Transport 80€ p.P. hinlegen müssen (man bezahlt immer 2 Tickets – eine Grundgebühr und Aufschlag für Express). Während dem Zugfahren haben wir ganz im japanischen Stil eine „Bento-Box“ (viele kleine kalte, aber delikate Gerichte in einer Box) verspeist, welche man in den Bahnhöfen bekommt. In Hiroshima angekommen „wuselte“ es das erste Mal so richtig, zigtausende Menschen am Bahnhof… Dank Google-Maps fanden wir gleich zur meistbesuchten Attraktion, dem Friedenspark mit der Atombomben-Kuppel. 1945 explodierte hier die erste kriegerisch eingesetzte Atombombe in 600m Höhe, und vernichtete den Großteil von Hiroshima (70.000 bis 80.000 Menschen von den 350.000 Bewohnern starben sofort, bis 1946 waren es schätzungsweise bis zu 160.000!). Die Grundmauern des 1915 erbauten Gebäudes hielten Stand, und wurden als Mahnung und Friedensdenkmal erhalten.
Der relativ günstige Flug (45€ p.P.) von Naha brachte uns in die 1.6 Millionen Metropole Fukuoka, der größten Stadt auf Kyushu. Kyushu ist die drittgrößte Insel von Japan und liegt südwestlich unterhalb der Hauptinsel Honshu. In Fukuoka verbrachten wir 2 Nächte. Am ersten Abend besuchten wir zum ersten Mal ein typisches Ramen-Restaurant, in dem man preiswert Ramen (eine Nudelart) geräuschvoll aus der Suppenschale schlürft. Bestellt wird vorher an einem Automat, der dann einen Zettel ausspuckt, den man dem Küchenpersonal übergibt. Danach führte uns der Weg an einer riesigen Pachinko-Spielhalle vorbei, in der gefühlt 1 Million Automaten und Slotmaschinen einen Riesenkrach machen. Die Japaner stehen total auf diese Spielautomaten, welche durch eine Gesetzeslücke doch irgendwie das normalerweise verbotene Glücksspiel ermöglichen. Dann ging es in eine winzige Bar (5 Barhocker, 1 Tisch), in der wir eine gute Unterhaltung mit Katsuya, dem Barkeeper, und zwei seiner Freunde führten. Die Gastfreundschaft war legendär, Katsuya lud uns auf alles mögliche ein und holte uns sogar noch die lokale Spezialität „Mentaiko“ (scharfer Fischrogen, ähnlich wie Kaviar) vom nächsten Geschäft, damit wir das probieren sollen. Es war wirklich speziell…