Die Unterkunft in Cusco ermöglichte es uns dankenswerterweise schon am Vormittag einzuchecken, denn wir waren (wieder einmal) sehr geschlaucht. Sich einen Tag lang auszuruhen, darf aber auch schon mal sein. Die Unterkunft “Linda House” liegt etwas außerhalb, dafür kostet die Nacht nur 11€, inklusive Frühstück mit frisch gepresstem Fruchtsaft (Mango, Orange, Papaya) 🤤 Sie ist aber in 10 Minuten mit dem Bus zu erreichen und dieser kostet pro Fahrt nur 1 Sol (25 Cent) und man wartet nie länger als 2 Minuten, bis der nächste (Mini-)Bus vor der Haustür angerollt kommt. Die Kassiererinnen im Bus machen immer mächtig Stress (“Sube! Sube! Vamos!”), dass man möglichst schnell einsteigt und sie keine Zeit verlieren. Manchmal bleibt der Bus gar nicht richtig stehen und man muss im Fahren aufspringen oder aussteigen 😂 Trotzdem ist es herzerwärmend anzusehen, wie sie z.B. älteren Leuten helfen einzusteigen. Das merkt man in ganz Lateinamerika deutlich, wie sich die Leute untereinander noch viel mehr helfen… Im Gegensatz zu Europa, wo sich leider die meisten selbst am Nächsten sind.
Wir überlegten lange, welche Touren wir von Cusco aus noch machen wollten, denn mit November/Dezember beginnt die Regenzeit in dieser Region. Die Entscheidung fiel auf den Regenbogenberg Palccoyo. Dieser stellt die weniger überlaufene Variante des bekannteren Rainbow Mountains “Vinicunca” dar, bei dem sich laut unserem Guide bis zu 1000 Touristen täglich tummeln. Auf unserer Runde beim Palccoyo sahen wir dann vielleicht nur 50 andere Leute…
Schon die lange Anfahrt durch die spektakuläre Landschaft, vorbei an winzigen Andendörfern mit einfachen Lehmhütten zahlte sich aus. Der Bach, der durch das Tal fließt, weist eine rote Farbe auf, wahrscheinlich wegen dem rötlichen Gestein der Berge. Nach kurzer Wanderung standen wir dann inmitten mehrerer Rainbow Mountains, die ihren Namen den bunten Streifen verdanken, die von diversen mineralischen Ablagerungen herrühren. Ich spürte wieder einmal extrem die Höhe und war ziemlich matt, wir waren nämlich schon wieder auf knapp unter 5000 Metern unterwegs. Jetzt sind wir schon fast 14 Monate unterwegs und haben bereits extrem Vieles sehen und erleben dürfen, aber anscheinend gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Diese merkwürdige Berglandschaft versetzte uns nur noch ins Staunen! Mit dem Wetter hatten wir Glück, es war nur leicht bewölkt und teilweise kam sogar die Sonne durch!