raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

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Dahoam is dahoam

Ja, es ist schon etwas anderes, Weihnachten wieder gemeinsam mit der Familie zu feiern – noch dazu weiße Weihnachten in den Tiroler Bergen. Ganze drei Wochen sind wir jetzt schon daheim, aber schon in den ersten Tagen haben wir uns so gefühlt, als wären wir nie weg gewesen. Bevor wir aber wie versprochen die abschließenden Zahlen, Daten und Fakten zu unserer Reise liefern, müssen wir noch die letzten Ereignisse bei unserer Ankunft erzählen.

Ausgerechnet der letzte von insgesamt 39 Flügen war dann noch der Spannendste. Der Flug von Lima nach Amsterdam hatte 45 Minuten Verspätung, und wenn der Anschlussflug nach München nicht ebenso verspätet gewesen wäre, hätten wir ihn nie und nimmer erwischt, da unsere Umstiegszeit lediglich 1h 15min betrug. In Amsterdam war es nämlich ziemlich stürmisch am 6. Dezember, und als wir dann in der Ankunftshalle auf die Tafel mit den Fluginformationen sahen, war diese komplett rot – fast alle Flüge waren verschoben oder gestrichen worden. Beide unserer Flüge hatten wir direkt bei der Linie KLM unter einem gemeinsamen Buchungscode gebucht, somit ist dann auch die Fluggesellschaft für die weitere Organisation verantwortlich, sollte man einen Anschlussflug verpassen. Generell war die KLM eine der feinsten Fluglinien, an Bord konnte man sogar gratis WhatsApp benutzen und die Verpflegung war auch in Ordnung. Fast zwei Stunden später hob dann unsere Maschine in Amsterdam ab. Leider war es in München genau so stürmisch und der Pilot brach die turbulente Landung nur wenige Meter über dem Boden ab und riss das Flugzeug in einer steilen Kurve nochmal nach oben. Ich schaffte es fast nicht, Romana zu beruhigen, die wie viele andere Fluggäste ziemlich verängst war. Oje… hoffentlich müssen wir wegen dem starken Wind nicht auf einem anderen Flughafen landen, dachte ich mir. Aber wir zogen eine Schleife und der Pilot versuchte ein zweites Landemanöver, welches dann gottseidank problemlos klappte. Diesmal dauerte die Gepäckausgabe auch nicht so lange wie damals, als wir von Peking kamen, denn es war ja ein Intra-Schengen-Flug und der Pass war schon in Amsterdam kontrolliert worden. Mein Papa und meine Schwester warteten schon auf uns und wir ließen es uns nicht nehmen, unsere Mägen im sehr vollen Airbräu mit Schweinsbraten und Bayrischen Bier zu füllen. Und als wir dann in Kufstein über die Grenze fuhren, brach dann doch der Patriot in mir durch und wir sangen alle lautstark im Auto „Dem Land Tirol die Treue“ 😅

Das große Finale

Die Unterkunft in Cusco ermöglichte es uns dankenswerterweise schon am Vormittag einzuchecken, denn wir waren (wieder einmal) sehr geschlaucht. Sich einen Tag lang auszuruhen, darf aber auch schon mal sein. Die Unterkunft “Linda House” liegt etwas außerhalb, dafür kostet die Nacht nur 11€, inklusive Frühstück mit frisch gepresstem Fruchtsaft (Mango, Orange, Papaya) 🤤 Sie ist aber in 10 Minuten mit dem Bus zu erreichen und dieser kostet pro Fahrt nur 1 Sol (25 Cent) und man wartet nie länger als 2 Minuten, bis der nächste (Mini-)Bus vor der Haustür angerollt kommt. Die Kassiererinnen im Bus machen immer mächtig Stress (“Sube! Sube! Vamos!”), dass man möglichst schnell einsteigt und sie keine Zeit verlieren. Manchmal bleibt der Bus gar nicht richtig stehen und man muss im Fahren aufspringen oder aussteigen 😂 Trotzdem ist es herzerwärmend anzusehen, wie sie z.B. älteren Leuten helfen einzusteigen. Das merkt man in ganz Lateinamerika deutlich, wie sich die Leute untereinander noch viel mehr helfen… Im Gegensatz zu Europa, wo sich leider die meisten selbst am Nächsten sind.

Wir überlegten lange, welche Touren wir von Cusco aus noch machen wollten, denn mit November/Dezember beginnt die Regenzeit in dieser Region. Die Entscheidung fiel auf den Regenbogenberg Palccoyo. Dieser stellt die weniger überlaufene Variante des bekannteren Rainbow Mountains “Vinicunca” dar, bei dem sich laut unserem Guide bis zu 1000 Touristen täglich tummeln. Auf unserer Runde beim Palccoyo sahen wir dann vielleicht nur 50 andere Leute… 

Schon die lange Anfahrt durch die spektakuläre Landschaft, vorbei an winzigen Andendörfern mit einfachen Lehmhütten zahlte sich aus. Der Bach, der durch das Tal fließt, weist eine rote Farbe auf, wahrscheinlich wegen dem rötlichen Gestein der Berge. Nach kurzer Wanderung standen wir dann inmitten mehrerer Rainbow Mountains, die ihren Namen den bunten Streifen verdanken, die von diversen mineralischen Ablagerungen herrühren. Ich spürte wieder einmal extrem die Höhe und war ziemlich matt, wir waren nämlich schon wieder auf knapp unter 5000 Metern unterwegs. Jetzt sind wir schon fast 14 Monate unterwegs und haben bereits extrem Vieles sehen und erleben dürfen, aber anscheinend gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Diese merkwürdige Berglandschaft versetzte uns nur noch ins Staunen! Mit dem Wetter hatten wir Glück, es war nur leicht bewölkt und teilweise kam sogar die Sonne durch!

Meerschweinchen al dente

Im Küstenort Paracas, der bei in- und ausländischen Touristen gleichermaßen beliebt ist, stärkten wir uns zuerst bei einem verfrühtem Mittagessen und mit frischem Erdbeer-Shake! Erdbeeren sind hier in Peru wieder sehr beliebt, werden zuhauf angebaut und sind deswegen auch nicht teuer. Da wir noch recht früh dran waren für den Check-in und bei der Unterkunft keiner auf die Klingel reagierte, ließen wir uns kurzerhand im Lokal daneben nieder und machten längst überfällige Anrufe zuhause 😉 Als dann um 15:00 Uhr Nachmittag immer noch niemand aufmachte und auch nicht auf WhatsApp reagierte, wurde es uns zu blöd, denn wir waren ja seit letzter Nacht unterwegs und wollten dringend duschen. Wir stornierten die Unterkunft über die App, gingen zwei Straßen weiter zur Hospedaje Mary, die uns gleich einen guten Preis machte. Ich hatte leider irgendwas feineres aufgeschnappt, genauer gesagt Halsweh und grippeähnliche Symptome, aber so schlimm war es dann auch nicht.

Am späteren Nachmittag spazierten wir dann an der “Promenade” entlang und es dauerte nicht lange, bis uns ein Tour-Verkäufer namens Alfredo geschickt in ein Gespräch verwickelte und uns alles Mögliche für die nächsten Tage andrehen wollte. Das Programm für die meisten Backpacker in Paracas lautet einen Tag einen Roller zu mieten und damit den Wüsten-Nationalpark zu erkunden und am nächsten Tag eine Bootstour zu den Islas Ballestas zu machen, um Robben, Pinguine und sonstige Vögel zu beobachten. Für all das, den Weitertransport nach Huacachina inkl. Buggy-Fahrt durch die Dünen ging er auf nur 130 Soles p.P. (32€) runter, nachdem wir uns mit einer fixen Zusage zierten. Hundertprozentig traute ich Alfredo ja nicht… gerade bei Verkäufern, die dich auf der Straße abfangen, muss man immer seeeeehr vorsichtig sein. Wir sagten ihm, wir gingen zuerst noch ein Bier trinken und kommen dann wieder, um das Geschäft abzuschließen. In der Bar nebenan fragte ich dann den Kellner, ob er Alfredo kenne und ob dieser vertrauenswürdig sei. Ja, sagte er, Alfredo sei “a good man”, weshalb wir diesen danach nochmals aufsuchten und den Deal abschlossen. Um diesen Preis ist wirklich nicht viel hin, dachten wir uns.

Dünne Luft

Da es noch mitten in der Nacht (03:30 Uhr) war, als wir in Lima ankamen, ließen wir uns Zeit, gingen am Flughafen Zähneputzen und hauten uns auf Stühle in der Ankunftshalle, da wir im Dunkeln noch kein Taxi nehmen wollten. Das mit den Taxis in Lima ist sowieso eine schwierige Geschichte, denn nicht mal die Einheimischen nehmen sich noch gerne klassische Taxis, da sie teuer und oft unsicher sind. Glücklicherweise bot der Flughafen gratis WLAN an, damit wir uns ein Uber bestellen konnten, um zum Busterminal vom Unternehmen Cruz del Sur zu gelangen.

Nach einem vom Busterminal nahegelegenen Frühstück in einem Café stiegen wir dann in den gemütlichen Bus ein. Die Sitze kann man so weit nach hinten stellen, dass man gut schlafen kann. Außerhalb von Lima durchkreuzten wir stundenlang unwirtliche Wüste, bis wir dann in gebirgigere Gefilde kamen, die aber trotzdem noch sehr trocken aussahen. Es war dann schon dunkel, als wir in Huaraz ankamen, aber wir gingen das Risiko, ein Taxi zum Hotel zu nehmen, ein, denn nach 30 Stunden auf Achse ist man irgendwann einfach KO. Wir verhandelten den Preis auf 15 Peruanische Soles runter, was etwas weniger als 4€ entspricht. Der Taxler war aufrichtig und in unserem spärlichen Spanisch erfuhren wir, dass es in Huaraz sehr sicher sein soll.

Huaraz liegt auf 3100 Meter Seehöhe, hat etwa 150.000 Einwohner und ist der typische Ausgangspunkt für Bergtouren in die Cordillera Blanca. Der höchste Berg in der Umgebung (und der höchste von Peru) ist der Huascarán mit 6768m. Die Stadt wurde 1941 von einer Schlammlawine zerstört, ausgelöst durch einen abbrechenden Eisturm, der in einen See stürzte. 1970 kam dann die nächste Katastrophe, nämlich ein Erdbeben, das etwa 10.000 Menschen das Leben kostete und alle historischen Gebäude zerstörte. Leider schauen die neu aufgebauten Häuser nicht gerade schön aus, es sind schnell und billig aufgebaute Ziegelhäuser ohne richtigem Dach, und beim obersten Stock stehen die Betoneisen frei nach oben weg. Dieser Praxis begegneten wir schon in vielen Teilen der Welt, denn solange ein Haus sich “noch im Bau befindet”, muss man auch keine Steuern zahlen.

Tanz auf dem Vulkan

In der schönen Kolonialstadt Antigua, die von mehreren Vulkanen umgeben ist, kamen wir schon um kurz nach 8 Uhr an. Dort gingen wir im Zentrum erstmal frühstücken, und wie in den meisten Touristenzentren gab es auch hier einen ausgezeichneten Cappuccino. Die Preise dafür sind aber schon als mitteleuropäisch zu beziffern… Beim Hauptplatz wollte uns gleich ein Verkäufer einen teuren Transport nach Sumpango vermitteln, wo an jedem 1. November das “Riesendrachen-Fest” stattfindet. Das Steigenlassen von Drachen spielt in Guatemala eine große Rolle und ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Kinder. Allerdings werden in Sumpango keine kleinen Spielzeugdrachen in die Luft gebracht, sondern mehrere Meter große Exemplare, gefertigt aus Bambusstöcken und mehreren Lagen Papier. Wir fragten den Verkäufer, ob es nicht möglich sei mit den Chicken-Bussen nach Sumpango zu kommen und er meinte, dass es ziemlich kompliziert sein würde. Herausforderung angenommen!

Unser Gepäck konnten wir im Hotel abgeben und wir machten uns auf dem Weg zum Busterminal, wo wartende Busfahrer uns erklärten, dass wir nur einmal in Chimaltenango umsteigen müssen und uns gleich den richtigen Bus zeigten. Im Bus war noch kein anderer Fahrgast und ich dachte mir, dass wir jetzt wahrscheinlich ewig warten können bis der Bus voll ist und wir losfahren. Ich sprach den Fahrer darauf an und er meinte, er fährt in 5 Minuten nach Fahrplan los und nicht erst nach einer gewissen Anzahl von zahlenden Fahrgästen. Sieh mal einer an, es existieren sogar ungeschriebene “Fahrpläne”, hätten wir uns nicht gedacht! Bis wir dann aber aus Antigua draußen waren, verging sicher fast noch eine Stunde, denn der Verkehr war stark und alle paar Meter blieben wir stehen, um lautstark weitere Fahrgäste anzuwerben (“Chimal! Chimal!”). In Chimal wartete ein Bus nach Sumpango schon an der nächsten Ecke. So kompliziert wie der Verkäufer uns glauben machen wollte, war es dann doch nicht gewesen 😂

Im Land der Maya

Die ersten paar Tage in Guatemala verbrachten wir auf Flores, einer kleinen Stadt-Insel auf dem Petén-Itzá-See, die mit einer Brücke mit dem Festland verbunden ist. Der erste Tag war leider ziemlich verregnet, da das Wetter von einem an der Belizer Karibikküste wütenden Tropensturm beeinflusst wurde, dem wir allerdings endlich einmal frühzeitig entkommen waren. Am darauffolgenden Tag klingelte der Wecker schon um 03:45 Uhr, denn wir nahmen an der Early-Bird-Tour zur antiken Maya-Stadt Tikal teil, um den späteren Menschenmassen zu entgehen. Das erwies sich als kluge Entscheidung, denn es war Sonntag und als wir unsere Besichtigung um etwa 10:00 Uhr beendeten, strömten die Horden von guatemaltekischen Touristen geradezu beim Eingang herein.

Tikal selbst beeindruckte uns sehr, das Gelände war riesig und die bis zu 65 Meter hohen Tempel und Pyramiden, die teilweise über 2000 Jahre alt und mitten im Regenwald sind, ließen uns noch mehr staunen als die z.B. in Chichen Itzá in Mexiko. Von unserem Guide, selbst ein Maya, erfuhren wir viele interessante Details. Bis jetzt sind nur etwa 20% der schätzungsweise 13000 (!!!) Tempel und Gebäude ausgegraben worden, der Rest liegt weiterhin im Dschungel vergraben. Man erkennt aber an einigen Hügeln, an denen man vorbei wandert, dass sich darunter weitere Pyramiden verbergen. Die Kosten für diese archäologischen Ausgrabungsprojekte sind aber dermaßen immens, dass die Forschungsgelder bei weitem nicht reichen. Guatemala selbst ist arm, weswegen die Ausgrabungen meist von reichen Staaten oder Bündnissen wie den USA, EU oder Japan geleitet werden. Leider landen bedeutende Funde dann meist in ausländischen Museen, obwohl sie für die Maya eine große religiöse Bedeutung haben und eigentlich hierher gehören. Diesen Schmerz konnte man deutlich aus den Worten unseres indigenen Guides heraushören. Ebenso erstaunt hat uns die Tatsache, dass hier im Nationalpark Sichtungen von wilden Jaguaren keine Seltenheit sind, seitdem sie nicht mehr bejagt werden. Für die Menschen sind die großen Raubkatzen nicht gefährlich. Leider war es uns nicht vergönnt, einen Jaguar in freier Wildbahn zu sehen.

Ein Jahr voller Abenteuer

Vor genau einem Jahr begann unsere Rauszeit – am 19. Oktober 2023 machten wir uns auf den Weg nach Wien, von wo wir dann tags darauf nach Japan geflogen sind. Auch wenn uns der Abschied natürlich nicht leicht gefallen ist, bereuen wir unsere Entscheidung, die Welt für längere Zeit zu erkunden, keinesfalls. Auch wenn es zwischendurch einige Hürden zu meistern galt (Unfall und Autopanne in Australien, Abzocke in Indonesien, Hurrikans und Autoknacker in Mexiko…), überwiegen mit Abstand all die positiven Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen, die wir bisher machen durften. Bis jetzt besuchten wir auf dieser Reise bereits 17 verschiedene Länder, einige davon nur wenige Tage (Singapur, Taiwan,…), andere mehrere Wochen und in Neuseeland lebten wir sogar für zwei Monate in unserem Auto. Am Ende unserer Reise werden wir dann alle Zahlen, Daten und Fakten genauer auflisten. Da wir jede einzelne Ausgabe von Geld digital mitnotieren, können wir dann tolle Auswertungen machen, wie zum Beispiel, welches Land das günstigste war oder wie viel wir für Flüge, Aktivitäten oder Essen ausgegeben haben. 

Jetzt aber zurück zu unseren aktuellen Erlebnissen, die wir während einer Woche im kleinen Land Belize machten. Warum reisen wir überhaupt nach Belize, obwohl es nicht auf unserer “Liste” steht? Ehrlich gesagt nur, weil es geographisch sehr günstig liegt, um von Yucatan nach Flores in Guatemala zu kommen. Deswegen veranschlagten wir nur etwa eine Woche für Belize, und auch weil das Preisniveau ziemlich hoch ist. Ganz Belize, das bis 1973 Britisch Honduras hieß, zählt nur 400.000 Einwohner. Als einer der wenigen Länder in Mittel- und Südamerika ist die Amtssprache Englisch und nicht Spanisch, obwohl die Belizer einen wilden Mix aus den verschiedensten Sprachen sprechen.

Autoknacker-Drama im Urlaubsparadies

Das Ausleihen des Mietautos bei Europcar in Mérida ging sehr flott. Wir hatten schon ein paar Tage vorher über die Plattform Check24 einen Kleinwagen reserviert, und bekamen einen relativ neuen Chevrolet Aveo mit nur 33000 km. Romana und ich entschieden uns dafür, direkt nach Izamal weiterzufahren, da wir von Großstädten irgendwie genug hatten. Izamal ist nur ein kleines Kolonialstädtchen, dessen Häuser im Zentrum alle gelb angestrichen sind. Deswegen wird es auch “Die Gelbe Stadt” genannt. Wir besuchten noch am selben Tag zwei frei zugängliche Ruinen von Maya-Pyramiden im Ortskern. Die indigenen Maya bevölkern heute noch die Halbinsel Yucatán, Belize und Guatemala. Neben Spanisch wird hier eben auch noch Mayathan mit den unterschiedlichsten Dialekten gesprochen. Die Unterkunft war ein echt nettes, kleines Hotel mit Pool. Jetzt, in der Nebensaison, bekommt man gute Doppelzimmer mit Klimaanlage zwischen 20 und 30€ pro Nacht.

Eines der bekanntesten Naturphänomene auf der Halbinsel Yucatán sind die sogenannten Cenoten. Das sind mit Süßwasser gefüllte Karstlöcher, deren Decke aber oft (teilweise) eingestürzt ist, was sich dann in einem Loch in der Erdoberfläche bemerkbar macht. Einige davon sind für Touristen zugänglich gemacht worden und man kann wunderbar darin baden, schnorcheln und tauchen. Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug mit unserem Auto zur Ortschaft Homún, wo es zahlreiche schöne Cenoten gibt und wir 4 davon abklapperten. Die Eintrittsgelder sind die letzten Jahre ganz schön in die Höhe geschnellt, pro Cenote zahlten wir zwischen 100 und 140 Pesos pro Person (5 – 7€). Das blau-grüne, glasklare Wasser, die Stalaktiten und die durch das Loch einfallenden Sonnenstrahlen muss man aber auch unbedingt gesehen haben!

Von Hurrikans umzingelt

Im sonnigen und heißen Acapulco angekommen, sahen wir auch schon die für die bekannte Urlaubsstadt so typischen alten, blau-weißen Taxis. Viele davon sind VW Käfer, die hier in Mexiko produziert wurden. Leider sind sehr viele davon schon in einem bedenklichen Zustand und in nicht allzu langer Zeit werden sie wohl gänzlich vom Stadtbild verschwinden. Trotzdem wollen wir uns unbedingt einmal mit einem “Vocho” kutschieren lassen, wie die charmanten Käfer-Taxis hier genannt werden. Die praktischen Taxi-Apps Uber und DiDi funktionieren hier nicht, die Taxifahrer-Lobby ist zu stark und blockiert die Einführung – anscheinend ist jedes vierte Auto hier in Acapulco ein Taxi!
Bevor wir uns aber in die Unterkunft fahren ließen, machten wir noch mit Sack und Pack einen Abstecher zum Strand, an dem Volksfeststimmung herrschte – der Sonntag wird augenscheinlich bei den Einheimischen mit dem ganzen Familienclan im Strandrestaurant verbracht. Auch wir stillten dort unseren Hunger und Durst mit Corona-Bier, ausgezeichnetem Ceviche und Shrimps. Eine Wohltat nach der 6-stündigen Busfahrt! Ebenso wie unsere Unterkunft, ein sehr schön eingerichtetes und geräumiges Appartement mit tollem Ausblick für 40€ pro Nacht.

Auffällig war die extreme Polizeipräsenz in der Stadt, an der Hauptstraße verging keine Minute, an der nicht mind. ein vollbesetzter Jeep oder Bus mit schwerst bewaffneten Polizisten vorbeifuhr. Auch am Strand oder an öffentlichen Plätzen patroullierten Sicherheitskräfte regelmäßig. Wir hatten schon im Vorfeld gehört, dass die Sicherheitslage in Acapulco und im ganzen Bundesstaat Guerrero nicht die beste sei, für Touristen aber ungefährlich. Stark dazu beigetragen hat der Hurrikan “Otis”, der im Oktober 2023 für verheerende Schäden gesorgt hat. Viele Hotels wurden komplett zerstört und der weggebrochene Tourismus als wichtigste Einnahmequelle ist erst wieder ganz am Beginn.
Gewisse Gebiete in Mexiko sollte man im Moment komplett vermeiden, wie zum Beispiel den Bundesstaat Sinaloa. Dort herrscht Krieg zwischen den Drogenkartellen, bei dem leider auch die normale Bevölkerung zwischen die Fronten gerät. Wie wir von mexikanischen Freunden gehört haben, betet man in Culiacán zum Abschied für den jeweils anderen, da es ungewiss ist, ob man sich jemals wieder sieht 😯

¡Viva México!

Bei der Passkontrolle am Flughafen Mexico City entschieden wir uns, zu einem Schalter mit Beamten zu gehen, anstatt durch die automatischen “e-Gates”, die den Pass und Gesicht scannen und an den internationalen Flughäfen immer populärer werden.

Grund dafür war, dass wir unbedingt einen Stempel im Pass wollten, da wir eventuell per Landweg nach Guatemala einreisen wollen und es bei kleinen, meist zwielichtigen Grenzübergängen immer besser ist, etwas vorweisen zu können.

Wir zeigten der Grenzbeamtin unser Onward-Ticket (temporäres Weiterreiseticket, ausschließlich zum Vorweisen bei der Einreise – siehe letzter Beitrag), das wir uns auf Mitte Oktober ausstellen ließen. Das war aber ein Fehler, denn die Beamtin stempelte uns nur 40 Tage erlaubten Aufenthalt in Mexiko in den Pass, obwohl bis zu 180 Tage visumfrei möglich wären 🙈 Hätten wir doch das Onward-Ticket einfach auf Dezember oder später ausstellen lassen… aber wahrscheinlich genügt es uns und wir halten uns sowieso nicht länger als 40 Tage in Mexiko auf. Wieder etwas gelernt!

Vom Flughafen fuhren wir dann mit einem App-Taxi zum Busterminal Taxqueña im südlichen Teil der 9-Millionen-Stadt. Die umliegende, dicht besiedelte Metropolregion gehört mit 21 Millionen Bewohnern zu den größten der Welt.

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