In Medellín angekommen, nahmen wir den Bus ins Zentrum. Direkt bei der Endstation war ein Lokal, bei dem es Essen zu geben schien – genau das, was wir jetzt brauchten. Mit meinem mickrigen Spanisch fragte ich nach “el menu”, was bisher immer die Speisekarte war. Der Chef zählte dann einiges auf und ich dachte mir, sie werden halt keine Speisekarte haben. Wir deuteten einfach auf ein Schild mit einer Suppe, die gut aussah, und der Chef faselte etwas von “Pollo” (Huhn), wir nickten und bestätigten mit “sí”. Als dann nach der riesigen Schüssel Suppe noch ein riesiger Teller mit frittiertem Hendl, Reis, Ei und Bohnen ankam, ging mir ein Licht auf… Wir hatten mit “menu” ein ganzes “Menü” bestellt 😂 Suppe, Hauptspeise und selbstgemachte Limonade kosteten dann lächerliche 7,79€ (36000 Pesos) für beide!!
Im Anschluss gingen wir zur Metro, auf die die Kolumbianer sehr stolz sind, da es das einzige Metro-System im Lande ist und auch die armen Randbezirke mit einbindet. Sie besteht zwar nur aus zwei Bahnlinien, dafür stehen aber auch noch sechs Gondel-Linien für die Stadtviertel zur Verfügung, die an den steilen Berghängen liegen. Das tolle ist, mit einem Fahrticket kann man direkt von der Bahn in einen Lift umsteigen und beliebig lange von einer Gondel aus die endlose Stadt bestaunen.
Letzte Woche in Curaçao entschieden wir noch kurzfristig, dass wir von Bogota gleich weiterfliegen nach Santa Marta an die kolumbianische Karibikküste, denn dies ist der Ausgangspunkt der Touren zur Ciudad Perdida, der “verlorenen Stadt”. Die Highlights soll man sich nämlich nie für den Schluss behalten, denn es können noch oft unvorhergesehene Umstände eintreten, wie wir schon öfters die Erfahrung gemacht haben.
Die beiden Flüge dauerten jeweils nur eineinhalb Stunden, aber mit den Warte- und Umstiegszeiten landeten wir dann doch erst am späten Nachmittag im schwül-heißen Santa Marta. Wir wimmelten die vielen Taxi-Angebote gleich ab, denn es soll einen günstigen öffentlichen Bus ins Zentrum geben. Diesen fanden wir auch gleich, bereits auf Fahrgäste wartend und wir staunten dann nicht schlecht, als wir nur 2000 Pesos (43 Cent) pro Person für die einstündige Fahrt zahlen mussten! Der unglaubliche Lärmpegel einer lateinamerikanischen Stadt (Hupen, Motoren, laute Musik aus Lautsprechern, Geschrei, …) drang ungehindert durch die immer geöffnete Bustür und die Fenster herein und ließ Erinnerungen an Südostasien wach werden. Die Kolumbianer erschienen uns alle so unglaublich freundlich und hilfsbereit, aber nach Curaçao dürfte das auch nicht schwierig sein 😉
Als wir dann am späteren Nachmittag auf der Insel Curaçao ankamen, gingen wir dann gleich zu einem Bankomaten in der Ankunftshalle des Flughafens. Dort hoben wir einiges an lokaler Währung ab, da wir für das Taxi oder den Bus zur Unterkunft gleich etwas benötigen würden. Als der Bankomat dann den Zettel ausspuckte, sahen wir, dass uns zusätzlich über 9€ an Spesen berechnet wurden. Was für eine Frechheit, vor allem, da normalerweise die Geräte vor der Transaktion IMMER anzeigen müssen, wie viel das Abheben kostet. Als uns dann der Taxifahrer noch eröffnete, dass die nur 8 Kilometer lange Fahrt 40 US-Dollar kosten würde, beschlossen wir, mit dem öffentlichen Bus zu fahren. Da hatten wir Glück, denn zufällig stand gerade einer da, auch wenn der unsympathische Busfahrer uns nicht wirklich weiterhalf. Ich verfolgte die Fahrt dann am Smartphone und wir stiegen dann einfach bei einer Bushaltestelle aus, die halbwegs in Gehweite unserer Unterkunft war.
Nach einer guten halben Stunde Marsch bei brütender Hitze (trotz der Abenddämmerung) durch eine ärmlich und vermüllt wirkenden Gegend kamen wir dann beim Häuschen des Security-Personals an, welches die Ein- und Ausfahrtstore des Grundstücks öffnet und schließt. Hier (und generell in vielen Ländern) sind die Grundstücke bzw. ganze Wohnsiedlungen stark eingezäunt und bewacht. Die Security-Dame wusste schon Bescheid, dass wir kommen würden und rief sogleich die Vermieter an, die uns kurz darauf nett empfingen. Die umzäunte Siedlung, in der wir auch untergebracht waren, wirkte dann im Gegensatz zu außen sehr gepflegt, nobel und teuer.
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht – einen ganzen Monat waren wir jetzt zuhause und haben Familie und Freunde besucht, gefeiert, geschlafen und gegessen was das Zeug hält. Mittlerweile sind wir gut in der Karibik angekommen, genauer gesagt auf Curaçao, dem “C” der ABC-Inseln. Curaçao gehört wie Aruba und Bonaire zum Königreich der Niederlande, die niederländischen oder kleinen Antillen sind allerdings nicht Teil der EU und haben ihre eigenen Währungen. Warum wir überhaupt hier gelandet sind, erfährt ihr gleich nachdem wir in Kurzfassung unsere Erlebnisse im Heimaturlaub Nummer 2 geschildert haben.
Am 20. Juli fand die Hochzeit meiner Schwester Andrea statt, bei der ich sogar Trauzeuge sein durfte. Sowohl die standesamtliche, als auch die freie Trauung waren sehr schön gestaltet und die anschließende Feier auf einer Alm im Brixental war sehr gelungen!
Die darauffolgenden Tage trafen wir uns mit Freunden, wanderten auf unserer “Hausberg”, halfen bei Romanas Schwester aus und taten auch einfach mal nichts. Meine große Leidenschaft, das Canyoning, durfte logischerweise auch nicht zu kurz kommen und ich ging mit Freunden mehrere tolle Touren in der Umgebung. Am 30. Juli machten wir einen Familienausflug ins Zillertal, denn Romanas Oma hatte ihren 97. Geburtstag!
Titel nicht verstanden? Kein Problem, wir übersetzen! Vorerst verraten wir aber nur so viel, dass es um einen der widerlichsten Gerüche geht, dem wir jemals begegnet sind…
Wir wollten einfach mal einen Blogtitel in chinesischen Schriftzeichen verfassen, von denen es ja über 100.000 gibt. Im Alltagsgebrauch kommt man aber mit “nur” 3000-5000 Zeichen durch 😂 Hier in Taiwan, aber auch in Hongkong und Macau werden noch die traditionellen chinesischen Langzeichen verwendet, während im Großteil von China die vereinfachte Form zum Einsatz kommt.
Um beim letzten Beitrag anzuschließen: wir kamen dann etwa vier Stunden zu spät in Jakarta an – es war schon fast Mitternacht, als wir dann das Flughafenhotel mit dem Taxi erreichten. Diese Reisetage sind echt mühsam, je mehr wir davon haben, umso lästiger erscheinen sie uns. Das Fliegen hat komplett seinen Reiz verloren, die Wartereien und Prozeduren am Flughafen nerven immer mehr. Auch der ganze nächste Tag ging drauf, nur um spät abends endlich im AirBnB im Zentrum von Taipeh anzukommen. Zumindest der fünfstündige Flug mit der taiwanesischen Fluglinie “EVA Air” war einer der besten überhaupt, denn man hatte unglaublich viel Beinfreiheit und Platz. Weiters gab es gutes Essen und Getränke umsonst, sogar mit richtigem Besteck! Eine willkommene Abwechslung nach den letzten Monaten mit Billigfluglinien, bei denen genau gar nichts mehr inklusive ist. Wir bekamen sogar Bier und Wein, sehr sympatisch diese EVA, wir freuen uns schon auf den Flug nach München 😉
Der Aufenthalt im Guesthouse “Batu Kapal” am Rande des Dschungels von Sumatra war dann sehr entspannt, abends wurde sogar musiziert und gesungen was das Zeug hielt und der ein oder andere Joint machte die Runde. Indonesien hat ja eine sehr strikte Drogenpolitik, mit der man auf keinen Fall in Berührung kommen will, in abgelegenen Regionen wie hier und in Touristenhochburgen pfeifen die Einheimischen anscheinend darauf. Der Ohrwurm des Abends (und der nächsten Tage!) war dann dieses Lied in der Jingle Bells-Melodie:
Jungle Trek, Jungle Trek In Bukit Lawang See the monkeys, see the birds See Orang Utan, hey! Jungle Trek, Jungle Trek…
Live Musik bei Blitz und Donner
In Bukit Lawang ist der große Markt immer am Freitag und da wir sowieso kein rechtes Programm hatten, ließen wir uns mit den Mopeds zuerst zum nächsten Bankomaten fahren, der aber sieben Kilometer entfernt war, bevor wir uns beim Markt absetzen ließen – den Rückweg wollten wir dann zu Fuß gehen. Beim Markt war es dann lustig zum Sehen, wie sich dann zig Frauen um einen Verkäufer drängten, der seine neuesten Küchenutensilien über ein Mikrofon anpries. Es dauerte nur einen Augenblick, bis uns der Verkäufer erspähte und natürlich gleich Smalltalk über das Mikrofon mit uns führte 🙈 Wir deckten uns mit super schmeckendem Obst wie Mangostin und Schlangenfrucht ein, wussten aber nicht, ob wir handeln sollen oder nicht. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft hielten wir bei einem Gästehaus, um etwas Kaltes zu trinken. Dort lernten wir den Fremdenführer und Vermieter Josef kennen, der uns viel über die Probleme hier berichtete. Die Palmöl-Industrie versucht das Land von den Bauern zu ergattern, der Urwald und sein Tierbestand wird kleiner und kleiner durch illegales Abholzen, trotzdem, dass das hier sogar ein Nationalpark ist. Fehlende Bildung und Aufklärung der Bevölkerung, wenig nachhaltiger Tourismus und Korruption machten ihm ebenfalls große Sorgen, dass in wenigen Jahren überhaupt keine Orang Utans mehr zu finden sind, welche DER Hauptgrund für den Tourismus hier sind. Wilde Orang Utans (übersetzt “Waldmenschen”) kann man auf unserem Planeten nur mehr im Regenwald Sumatras und Borneos beobachten, sonst sind die zotteligen Menschenaffen leider überall schon ausgerottet worden. Wir versprachen zum Abendessen wiederzukommen, da er uns auch den Weitertransport organisieren könne. Am Nachmittag in unserer Unterkunft machten uns dann andere Gäste darauf aufmerksam, dass in einem Baum direkt neben der Unterkunft zwei Orang Utans seien. Und tatsächlich, in der Baumkrone hangen sie dann, die braunen Menschenaffen, die bis zu 60 Jahre alt werden können. Mit langsamen und bedächtigen Bewegungen hangelten sie sich mit ihren sehr langen Armen von Ast zu Ast und pflückten Früchte und Blätter vom Baum, um sie dann zu verspeisen.
Es ist soweit: Das erste Mal seit dem Beginn unserer Reise im Oktober letzten Jahres wurden wir so richtig abgezockt. Was genau uns (und etwa 30 anderen armen Seelen) widerfahren ist, erfährt ihr aber erst nachdem ich meine Erlebnisse vom Anfänger-Surfkurs geschildert habe.
Pünktlich um 09:15 Uhr waren wir bei der kleinen Hütte, vor der einige Surfbretter an der Wand lehnen und die “Surfschule” darstellen soll. Anscheinend war ich der einzige Schüler an diesem Morgen, aber wir wurden überschwänglich empfangen und ein alter Mann ohne Zähne im Mund reichte uns sogleich zwei Wasser in abgepackten Plastikbechern. Der nette alte Mann stellte sich als der Vater vom Surf-Lehrer “Easy” heraus und schien in der schäbigen Hütte zu hausen oder einfach den Tag dort zu verbringen. Die Einführung war kurz, nach ein paar Trockenübungen an Land gingen wir auch schon ins Meer – ich mit einem riesigen Anfängerboard und Easy mit einem kleinem Wendigen.
Die Wellen waren nicht super-groß, gerade perfekt für Anfänger wie mich. Easy erklärte mir, wie man kurz vor der Welle Vollgas mit den Armen paddeln muss, um etwa die gleiche Geschwindigkeit wie die Welle aufzunehmen. Sobald das Board von der Welle getragen wird, muss man blitzartig auf das Brett mittig raufspringen und Balance halten. Ich wusste schon, dass mir diese Sportart liegen würde, da ich in meiner Jugend sehr gerne Skateboard gefahren bin und man dafür auch ein gutes Gleichgewichtsgefühl in den Füßen braucht.
Wie ihr euch sicher schon denken könnt, geht es in diesem Beitrag nicht um den wenig geistreichen Film mit Til Schweiger von 1991, sondern um die Mantarochen, die mit bis zu 5 Meter Spannweite majestätisch durchs Wasser zu fliegen scheinen. Bevor wir aber mit unseren Taucherlebnissen fortfahren, schildern wir noch unsere Ankunft auf Bali.
Am Flughafen Denpasar wurden uns schon Angebote für günstige Taxis in der Halle der Passkontrolle gemacht, aber richtig lästig wurden sie dann in der Ankunftshalle, da mussten wir schon fast flüchten vor den geschäftstüchtigen Taxlern. Hier in Indonesien funktioniert ja wieder die App “Grab”, die wir schon 2018 in Vietnam verwendet und geliebt haben, um günstige Transporte innerhalb von Minuten zu organisieren. Der Verkehr auf Bali ist ja schon berüchtigt, und unser bestelltes Grab-Taxi schien dann auch einige Minuten in der endlosen Autokolonne vor dem Flughafengebäude festzuhängen. Fast hätte uns ein anderer Taxifahrer davon überzeugt, dass das Taxi erst in einer Stunde bei uns wäre wegen des Staus und wir mit ihm schneller seien. Wir lehnten ab und er stellte sich dann doch als ein Schlitzohr heraus, denn nur kurze Zeit später war unser Taxi dann bei uns. Für die kurze Strecke zu unserer Unterkunft brauchten wir aufgrund des Verkehrs dann über eine Stunde.
Vielleicht war es doch eine gute Entscheidung, am nächsten Tag direkt nach Nusa Penida, einer kleinen Insel östlich von Bali, weiterzufahren. Da wir noch nichts gegessen hatten, es aber schon 20 Uhr oder so war, gingen wir noch ins nächstbeste Straßenlokal. Dort aßen wir 3 Hauptspeisen (2x Nasi Goreng und 1x Lalapan), bestellten insgesamt 5 Getränke und bezahlten dann unglaubliche 81.000 indonesische Rupien. Das sind umgerechnet nicht mal 5 Euro, so macht das wieder Spaß! 😉
Ihr fragt euch sicher, was uns denn jetzt schon wieder passiert ist. Bevor wir euch aber verraten, warum wir schon wieder so einen reißerischen Titel für den Beitrag gewählt haben, sei gesagt, dass es zum Glück nicht um ein Menschenleben ging. Übrigens, die gemeinsame Suche nach einem passenden Titel ist immer das Schwierigste, macht aber irgendwie Spaß. Wir überlegen ja, dass wir als Andenken unserer Reise ein Buch mit den besten Fotos und den Beiträgen als Text gestalten. Wir sehen ja dermaßen viel in recht kurzer Zeit, da hilft uns die Schreiberei und das Aussortieren der Fotos schon beim Verarbeiten des Erlebten.
Die Ortschaft Carnarvon hat nicht mehr viel zu bieten, außer das Space and Technology Museum. Von der Bodenstation hier aus wurden die Gemini und Apollo-Mondmissionen überwacht. Die endlose Fahrt ging weiter Richtung Coral Bay. Unser nächstes interessantes Ziel aber war die Turquoise Bay, die als einer der besten Strände in ganz Australien gilt. Am türkisen Sandstrand braucht man nur ein paar Meter ins Meer hinausschwimmen, dann kann man sich von der Strömung durch das Ningaloo Reef treiben lassen und wunderbar die vorbeiziehende bunte Unterwasserwelt genießen, Drift-Snorkelling nennt sich das. Da waren ganz schön große Brocken an Fische dabei!
Nach dem Kifferdorf-Erlebnis ging es für uns zur Gold Coast, die ihrem Namen alle Ehre macht. Der Gegensatz könnte nicht größer sein – die Wolkenkratzer türmen sich hier direkt neben einem endlos langen, perfekten Mehl-Sandstrand auf. Auch wenn wir Miami in den USA nur aus dem Fernsehen kennen, hier schaut es genau so aus! An der Promenade joggen nur Muskelpakete mit nacktem Oberkörper und man sieht haufenweise perfekt gestylte Modepüppchen mit abstoßenden Schlauchbootlippen. Wir fragen uns zum wiederholten Male, wie man so etwas Unnatürliches nur schön finden kann, aber wir sind halt auch zwei Landeier und ticken da einfach anders.
Auch der Temperaturunterschied zu den besuchten Gegenden der letzten Tage war wieder extrem, wir brauchten auf einmal wieder kurze Hose und Flip-Flops. Ich konnte nicht widerstehen und musste mich dann doch in die perfekten Surfwellen stürzen (angenehme 23°C Wassertemperatur), Romana wollte von Wellen noch nichts wissen…