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Schlagwort: Regenwald

Die verlorene Stadt

Letzte Woche in Curaçao entschieden wir noch kurzfristig, dass wir von Bogota gleich weiterfliegen nach Santa Marta an die kolumbianische Karibikküste, denn dies ist der Ausgangspunkt der Touren zur Ciudad Perdida, der “verlorenen Stadt”. Die Highlights soll man sich nämlich nie für den Schluss behalten, denn es können noch oft unvorhergesehene Umstände eintreten, wie wir schon öfters die Erfahrung gemacht haben.

Die beiden Flüge dauerten jeweils nur eineinhalb Stunden, aber mit den Warte- und Umstiegszeiten landeten wir dann doch erst am späten Nachmittag im schwül-heißen Santa Marta. Wir wimmelten die vielen Taxi-Angebote gleich ab, denn es soll einen günstigen öffentlichen Bus ins Zentrum geben. Diesen fanden wir auch gleich, bereits auf Fahrgäste wartend und wir staunten dann nicht schlecht, als wir nur 2000 Pesos (43 Cent) pro Person für die einstündige Fahrt zahlen mussten! Der unglaubliche Lärmpegel einer lateinamerikanischen Stadt (Hupen, Motoren, laute Musik aus Lautsprechern, Geschrei, …) drang ungehindert durch die immer geöffnete Bustür und die Fenster herein und ließ Erinnerungen an Südostasien wach werden. Die Kolumbianer erschienen uns alle so unglaublich freundlich und hilfsbereit, aber nach Curaçao dürfte das auch nicht schwierig sein 😉

Welcome to the Jungle

Der Aufenthalt im Guesthouse “Batu Kapal” am Rande des Dschungels von Sumatra war dann sehr entspannt, abends wurde sogar musiziert und gesungen was das Zeug hielt und der ein oder andere Joint machte die Runde. Indonesien hat ja eine sehr strikte Drogenpolitik, mit der man auf keinen Fall in Berührung kommen will, in abgelegenen Regionen wie hier und in Touristenhochburgen pfeifen die Einheimischen anscheinend darauf. Der Ohrwurm des Abends (und der nächsten Tage!) war dann dieses Lied in der Jingle Bells-Melodie:

Jungle Trek, Jungle Trek
In Bukit Lawang
See the monkeys, see the birds
See Orang Utan, hey!
Jungle Trek, Jungle Trek… 

Live Musik bei Blitz und Donner

In Bukit Lawang ist der große Markt immer am Freitag und da wir sowieso kein rechtes Programm hatten, ließen wir uns mit den Mopeds zuerst zum nächsten Bankomaten fahren, der aber sieben Kilometer entfernt war, bevor wir uns beim Markt absetzen ließen – den Rückweg wollten wir dann zu Fuß gehen. Beim Markt war es dann lustig zum Sehen, wie sich dann zig Frauen um einen Verkäufer drängten, der seine neuesten Küchenutensilien über ein Mikrofon anpries. Es dauerte nur einen Augenblick, bis uns der Verkäufer erspähte und natürlich gleich Smalltalk über das Mikrofon mit uns führte 🙈 Wir deckten uns mit super schmeckendem Obst wie Mangostin und Schlangenfrucht ein, wussten aber nicht, ob wir handeln sollen oder nicht. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft hielten wir bei einem Gästehaus, um etwas Kaltes zu trinken. Dort lernten wir den Fremdenführer und Vermieter Josef kennen, der uns viel über die Probleme hier berichtete. Die Palmöl-Industrie versucht das Land von den Bauern zu ergattern, der Urwald und sein Tierbestand wird kleiner und kleiner durch illegales Abholzen, trotzdem, dass das hier sogar ein Nationalpark ist. Fehlende Bildung und Aufklärung der Bevölkerung, wenig nachhaltiger Tourismus und Korruption machten ihm ebenfalls große Sorgen, dass in wenigen Jahren überhaupt keine Orang Utans mehr zu finden sind, welche DER Hauptgrund für den Tourismus hier sind. Wilde Orang Utans (übersetzt “Waldmenschen”) kann man auf unserem Planeten nur mehr im Regenwald Sumatras und Borneos beobachten, sonst sind die zotteligen Menschenaffen leider überall schon ausgerottet worden. Wir versprachen zum Abendessen wiederzukommen, da er uns auch den Weitertransport organisieren könne. Am Nachmittag in unserer Unterkunft machten uns dann andere Gäste darauf aufmerksam, dass in einem Baum direkt neben der Unterkunft zwei Orang Utans seien. Und tatsächlich, in der Baumkrone hangen sie dann, die braunen Menschenaffen, die bis zu 60 Jahre alt werden können. Mit langsamen und bedächtigen Bewegungen hangelten sie sich mit ihren sehr langen Armen von Ast zu Ast und pflückten Früchte und Blätter vom Baum, um sie dann zu verspeisen. 

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