Nach dem beschaulichen Leben auf Kyushu geht es in diesem Beitrag hauptsächlich um das geschichtsträchtige Hiroshima und die quirlige Millionenmetropole Osaka.
Bevor wir mit dem Shinkansen (sehr schneller Zug, „Bullet-Train“) nach Hiroshima düsten, bekamen wir noch den Tipp, dass wir uns das Onsen-Dorf Kurokawa anschauen sollten, in dem man für 1500¥ (~9,50€) drei beliebige Onsen, meist in noblen Ryokans, besuchen kann. Ein Ryokan ist ein traditionelles japanisches Gasthaus zum Übernachten, bei dem man meist auch mit Kaiseki (gehobene Küche) versorgt wird. Oft haben Ryokans auch hauseigene Onsen dabei, und sind meist sehr teuer (ab ca. 100€ pro Nacht p. P.), dafür genießt man exzellenten Service. Wir haben in der Gegend von Nagano eine Nacht in einem Ryokan gebucht, und werden dann im nächsten Beitrag berichten! Die rotgefärbten Bäume, die herbstliche Atmosphäre und die schönen Onsen (unter anderem ein Höhlen-Onsen) machten den Tagesausflug nach Kurokawa zu einem perfekten Abschluss der Kyushu-Insel.
Am nächsten Tag fuhren wir zum ersten Mal mit einem Shinkansen, der uns in nur ca. 1,5h 370km weiter nach Hiroshima brachte. Leider ist das Fahren mit dem Shinkansen ziemlich teuer, wir haben für diesen Transport 80€ p.P. hinlegen müssen (man bezahlt immer 2 Tickets – eine Grundgebühr und Aufschlag für Express). Während dem Zugfahren haben wir ganz im japanischen Stil eine „Bento-Box“ (viele kleine kalte, aber delikate Gerichte in einer Box) verspeist, welche man in den Bahnhöfen bekommt. In Hiroshima angekommen „wuselte“ es das erste Mal so richtig, zigtausende Menschen am Bahnhof… Dank Google-Maps fanden wir gleich zur meistbesuchten Attraktion, dem Friedenspark mit der Atombomben-Kuppel. 1945 explodierte hier die erste kriegerisch eingesetzte Atombombe in 600m Höhe, und vernichtete den Großteil von Hiroshima (70.000 bis 80.000 Menschen von den 350.000 Bewohnern starben sofort, bis 1946 waren es schätzungsweise bis zu 160.000!). Die Grundmauern des 1915 erbauten Gebäudes hielten Stand, und wurden als Mahnung und Friedensdenkmal erhalten.