Der relativ günstige Flug (45€ p.P.) von Naha brachte uns in die 1.6 Millionen Metropole Fukuoka, der größten Stadt auf Kyushu. Kyushu ist die drittgrößte Insel von Japan und liegt südwestlich unterhalb der Hauptinsel Honshu. In Fukuoka verbrachten wir 2 Nächte. Am ersten Abend besuchten wir zum ersten Mal ein typisches Ramen-Restaurant, in dem man preiswert Ramen (eine Nudelart) geräuschvoll aus der Suppenschale schlürft. Bestellt wird vorher an einem Automat, der dann einen Zettel ausspuckt, den man dem Küchenpersonal übergibt. Danach führte uns der Weg an einer riesigen Pachinko-Spielhalle vorbei, in der gefühlt 1 Million Automaten und Slotmaschinen einen Riesenkrach machen. Die Japaner stehen total auf diese Spielautomaten, welche durch eine Gesetzeslücke doch irgendwie das normalerweise verbotene Glücksspiel ermöglichen. Dann ging es in eine winzige Bar (5 Barhocker, 1 Tisch), in der wir eine gute Unterhaltung mit Katsuya, dem Barkeeper, und zwei seiner Freunde führten. Die Gastfreundschaft war legendär, Katsuya lud uns auf alles mögliche ein und holte uns sogar noch die lokale Spezialität „Mentaiko“ (scharfer Fischrogen, ähnlich wie Kaviar) vom nächsten Geschäft, damit wir das probieren sollen. Es war wirklich speziell…











Am Mittwoch fuhren wir mit dem Zug raus aus der Großstadt nach Dazaifu. Die Lokalbahnen sind ziemlich günstig, für gute 20min Fahrzeit nur 370¥, also ca. 2,30€. Das bezahlt man in Japan am besten mit einer sogenannten IC-Karte, die man sich um ein paar Euro besorgen sollte, und dann regelmäßig wieder aufladen kann. Die IC-Karte wird beim Einsteigen in einen Bus oder am Bahnhof gescannt, und beim Aussteigen wird der Betrag abgebucht. Man kann damit aber auch z.B. bei Getränkeautomaten oder in Geschäften bezahlen. Aber zurück nach Dazaifu, wo wir uns einen bekannten Shintō-Schrein angeschaut haben. Shintō ist die in Japan vorherrschende Religion, und mit dem Buddhismus vergleichbar. Zurück in Fukuoka besuchten wir noch einen eindrucksvollen Riesenbuddha, die Japaner nehmen es nicht so ernst beim Beten, ob zu Buddha oder einem der vielen Shintō-Götter…
Ursprünglich war Kyushu ja gar nicht im Fokus unseres Japan-Trips, aber irgendwie sind wir dann auf Fotos von heißen Quellen in Beppu und dem Mount Aso, dem größten aktiven Vulkan Japans gestoßen… und wir waren fasziniert. Also versuchten wir erfolglos einen Expressbus nach Beppu zu buchen, aber gottseidank sind die Japaner ja extrem hilfsbereit und unser Hostel-Rezeptionist besorgte uns ein Ticket online, welches man über irgendein interessantes Bezahlsystem beim nächsten Convenience Store (kl. Geschäft für ALLES) bezahlen kann. Nach etwa dreistündiger angenehmer Busfahrt sind wir in Beppu angekommen. Wir gingen zum ersten Mal in einen öffentlichen Onsen, welche es in Beppu unzählige, aufgrund der vulkanischen Aktivität, gibt. Onsen sind Badehäuser mit heißen Quellen, die in Becken geleitet werden. Vor dem Baden wird allerdings der Körper mit Waschschüsseln gewaschen und geschrubbt was das Zeug hält, die Japaner nutzen die Onsen eher als tägliche Waschroutine. Das Schamgefühl sollte man gleich ablegen, man wäscht sich natürlich nackig neben allen anderen, was uns als Saunageher zum Glück weniger ausmacht. Dann kann man sich für eines von zwei Becken entscheiden, sehr heiß oder kurz vor dem Siedepunkt (gefühlt ;-)) Die Hotpots in Island waren mit bis 43°C schon nicht kalt, aber hier sind es sicher 45°C oder mehr!
Am nächsten Tag schauten wir uns die „7 Höllen“ von Beppu an (Beppu Hells oder auf japanisch „Jigoku“). Das sind geothermale Becken mit unterschiedlichsten Farben und Formen, die meisten über 90°C heiß, sehr beeindruckend! Leider waren im Gelände zweier Hells auch Tiere anzuschauen, aber die Tierhaltung ist wirklich unwürdig! Bei einem wurden massenweise Krokodile gehalten, beim anderen riesige Fische in dreckigen, tristen und kleinen Aquarien… traurig! Der nächste Tag war eher unspektakulär, ein Marktbesuch (bei dem wir vom Lokal-TV interviewed wurden, wie es uns gefällt) und ein kleiner Radtrip zu einem Wasserfall.














Gestern ging es weiter nach Aso, welches in den Bergen liegt und endlich mal mehr ländlich ist, da wir bis jetzt fast immer nur in Stadtgebieten waren, was im dichtbesiedelten Japan oft der Fall ist. Highlight war natürlich die Wanderung zum rauchenden, aktiven Vulkankrater des Mt. Aso, welcher eigentlich aus 5 Gipfeln besteht. Wir bestiegen einen davon, den Mount Nakadake mit 1506m. Heute ist das erste Mal Regen angesagt, also Waschtag, Blog schreiben, Planung und vielleicht Onsen? In Aso sind wir in einem sehr sauberen und modernem Hostel für 3 Nächte untergebracht, mal schauen wie es danach weitergeht… Evtl. zur Hauptinsel Honshu nach Hiroshima?




Schreibe einen Kommentar