Mit dem Flieger von Neuseeland zu den Cook Inseln überquerten wir das erste Mal in unserem Leben die Datumsgrenze und es war plötzlich wieder der 29. April. Fast wie eine Zeitreise, dieser fünfstündige Flug! Wir machten natürlich gleich den Anfängerfehler und hatten die Unterkunft einen Tag zu kurz gebucht, nämlich erst ab 30. April… Gott sei Dank fiel Romana der Fehler noch früh genug in Neuseeland auf und wir konnten noch die Buchung ändern. Die Ankunft am Flughafen auf Rarotonga, der Hauptinsel der Cook Islands, war dann gleich so richtig klischeehaft: Ein beleibter Polynesier im Blumenmeer empfing die Gäste unseres Fliegers mit Ukulelen-Musik in der Ankunftshalle, bei der man sofort in den Anti-Stress-Modus verfällt. Stress gibt es anscheinend hier auf den Inseln sowieso nicht…Ein Taxi brachte uns dann in etwa 20 Minuten zu unserer Unterkunft, die am sogenannten Muri Beach gelegen ist. Schneller als 50 km/h wird grundsätzlich nicht gefahren, und das Überholen von Mopedfahrern wird als unhöflich angesehen. Am Ziel angekommen, empfing uns schon Cathy, unsere herzliche Airbnb Gastgeberin. Es war nicht einfach, so kurzfristig eine halbwegs erschwingliche Unterkunft zu finden, aber es schien, als hätten wir einen echten Glücksgriff gemacht. Cathy hatte uns neben Kokosnüsse auch frische Früchte wie Papaya, Bananen und Drachenfrucht bereitgestellt, ja sogar eine Flasche Weißwein war im Kühlschrank zu finden. Das kleine Häuschen ist nur 20 Meter neben dem Strand gelegen und ist zwar einfach eingerichtet, hat aber alles zu bieten, was wir für eine Woche benötigen, für 65€ pro Nacht einfach perfekt!
Wir wurden dann relativ früh von krähenden Hähnen und Straßenlärm von der Hauptstraße geweckt, die leider nicht weit entfernt ist. Alle Hennen und Gockel sind wildlebend und laufen auf der ganzen Insel frei herum. Anscheinend schlafen sie nachts in den Bäumen und es soll amüsant sein zu sehen, wie sie da raufkommen. Am Vormittag gingen wir gleich das erste Mal schnorcheln bei uns am Strand. Beim Hineingehen musste man schon aufpassen, dass man nicht auf eine Seegurke tritt, so viele lagen da auf dem sandigen Grund der Lagune herum. Ein richtiger „Seegurkensalat“ dachte ich mir. Ansonsten war das Schnorcheln im flachen Wasser der Lagune schon ziemlich toll, auch ganz schön große Brocken von Fischen waren dabei.
Abends gingen wir zum Nachtmarkt, wo wir sogleich das „Ikamata“ ausprobierten, das uns der Taxifahrer empfahl. Ikamata ist eine lokale Delikatesse, bestehend aus rohen Fischfiletstücken in einer Sauce aus Kokosnusscreme, Limettensaft und Zwiebel. Der Geschmack übertraf unsere Erwartungen und der Fisch zerging auf der Zunge! Als Hauptspeise nahmen wir noch bei einem Stand einen Grillteller mit Fleisch, darüber schreiben wir lieber nichts, außer dass man hier in Zukunft vielleicht beim Fisch bleiben sollte…

















Am Mittwoch Vormittag fuhren wir mit dem Bus nach Avarua („the town“), um uns eine SIM-Karte zu holen. Internet ist hier nicht billig, und gratis WLAN gibt es eigentlich nirgendwo, nicht mal in den großen Resorts. Für die 10GB SIM zahlten wir 49$ (etwa 30€). Die Währung hier auf den Cook Inseln ist der Neuseeland-Dollar, denn obwohl sie ein eigener Staat sind, sind die Inseln politisch in „freier Assoziation“ mit Neuseeland. Es gibt aber einige eigene Münzen und Scheine, die zwar den selben Wert wie die Neuseeland-Dollar haben, aber nur hier gelten: unter anderem die interessante dreieckige 2$-Münze oder der seltene 3$-Schein.
Zurück zu den öffentlichen Verkehrsmitteln: Es gibt zwei Busse, die gegengleich die Insel stündlich umrunden. Da die Hauptstraße um die Insel nur 32 Kilometer lang ist, dauert die Runde per Bus nur ca. 45 Minuten. Romana bekam dann einen Lachanfall, als ich sagte, dass man schon aufpassen muss, wenn man beim Fahren in Gedanken ist, nicht aus Versehen diese kleine Insel dreimal umkreist. Abends gönnten wir uns dann Cocktails, die auf unseren „Flitterwochen“ natürlich nicht fehlen durften.
Außer Lesen, Genießen und Schnorcheln mit einer majestätischen Schildkröte passierte bis Freitagnachmittag nicht mehr viel. Da liehen wir uns für 24 Stunden einen Roller, um die Insel selber noch etwas erkunden zu können. Wir fuhren an einen weiteren Traumstrand und dann weiter zur Cast-Away-Bar, wo man den berühmten Gefährten („WILSON!!!!“) von Tom Hanks in den Händen halten konnte. Sonst war die Bar eher eine Enttäuschung und heruntergekommen.
Weiter ging es zur einzigen Brauerei auf Rarotonga, wo wir sogleich eine Kostprobe von Bier und Cider bekamen. Anschließend verbrachten wir die kurze Zeit bis zum Abendessen noch am Black-Rock-Beach. Die Fisch-Tapas waren ausgezeichnet, nur bedachten wir nicht, dass es auf der Insel sicher keine frischen Erdbeeren gibt. Der Strawberry-Daiquiri schmeckte dementsprechend künstlich, aber das sind dann wohl eher Luxusprobleme und wir wollen uns nicht beklagen! 😉
Die Nacht war windig und es regnete immer mal wieder kurze Schauer, aber die Temperatur scheint immer gleich zu bleiben (knapp unter dreißig Grad). Als wir dann schlafen gehen wollten, quietschte, quiekte und trappelte irgendetwas dauernd mit einem nervtötendem Geräusch vor dem Haus. Ich ging mehrere Male mit der Stirnlampe raus um nachzuschauen, konnte aber nie etwas entdecken. Es hörte sich fast so an wie quiekende Ratten oder doch etwa junge Vögel auf dem Dach? Und immer wenn der Wind stärker wurde schienen auch die Viecher wilder zu schreien… komisch! Romana muss schon eingeschlafen haben, als ich dann zum zehnten Mal rausging, mir den Wischmop schnappte um damit die Tiere auf dem Dach zu vertreiben. Als ich dann mit dem Mop über dem Kopf am nassen Blechdach umherstocherte und damit den Dornen-Strauch berührte, erklang wieder dieses nervige laute Quietschen… Da wurde mir klar, dass es nur diese extrem harten Dornen dieser Pflanze waren, die durch den Wind auf dem Blech kratzten. Rätsel gelöst, Gott sei Dank! Als ich dann versuchte, den Ast mit dem Mop unters Dach zu biegen, verfing sich das Putzutensil hoffnungslos in den Stacheln… egal, der kann bis morgen hängen bleiben dachte ich mir. Romana erklärte ich tagsdarauf, dass etwas sehr Gefährliches den Mop gefressen hat 😂
Am Samstag hieß es wieder früh aufstehen (die Hähne machen es einem ohnehin leicht), wir machten uns auf zur „Needle“. Auf diese 413m hohe, markante Bergspitze führte uns ein zunehmend steiler werdender Wanderweg durch den Dschungel. Schon nach wenigen Minuten waren wir klatschnass, die Luftfeuchtigkeit dürfte um die 100% sein. Zum Glück ist die Wanderung nur ca. 45 Minuten lang. Kurz vor dem Gipfel überraschte uns ein wilder Hahn, der dann nicht mehr von unserer Seite wich und mit uns zur Needle hochkletterte. Er hoffte wohl auf Futter, leider hatten wir nicht mal Futter für uns selber dabei. Nach der Wanderung kamen wir bei einem Anwesen vorbei und der Gärtner wurde auf unsere Blicke zu den riesigen grünen Früchten aufmerksam, die wie Durian aussahen. Er pflückte uns sofort eine vom Baum, sagte, dass sie Kuru heißt und wir sie kochen sollen. Dann entschuldigte er sich noch, dass er keinen Plastiksack dabeihat… sind das nicht freundliche Leute?
Anschließend besuchten wir noch den Markt in Avarua, der jede Woche am Samstag Vormittag stattfindet. Leider etwas touristisch, wir sahen sogar einige gleiche Verkaufsstände wie bei uns in Muri auf dem Nachtmarkt, unter anderem den Stand mit dem „interessanten“ Fleisch. Dann lieber doch zum nächsten Imbiss einen Burger essen, denn das Ikamata war auch schon ausverkauft um die Mittagszeit.
Der Sonntag war verregnet, aber wir brauchten eh einen Tag ohne Programm, denn wir mussten endlich mal unsere Reise durch Australien planen. Zu Mittag recherchierten wir, wie man die Kuru-Frucht zubereitet. Auf Deutsch heißt sie Brotfrucht und soll extrem stärkehaltig sein. Wir schälten sie, schnitten kleinere Stücke und kochten sie. Der Geschmack und die Konsistenz waren ganz anders als wir erwarteten, nämlich ziemlich ident zu Kartoffeln. Mit Butter, Salz und Parmesan schmeckte die Breadfruit dann ausgezeichnet!
Wir entschieden uns, in Australien einen Campervan zu mieten, denn Unterkünfte in Australien sind ziemlich teuer und an das Leben in einem Auto haben wir uns in Neuseeland eh schon gewöhnt. Zwei Wochen von Sydney bis Brisbane und zwei Wochen rund um Perth in Westaustralien sollen es sein. Aber bevor es in den australischen Busch geht, fliegen wir noch für eine Woche auf die kleinere und weniger besuchte Cook Insel Aitutaki. Die Lagune dort soll der absolute Hammer sein und unter den besten Stränden der Welt rangieren. Ob dies auch wirklich stimmt, erfährt ihr aber erst im nächsten Beitrag!


















Christian
Hallo ihr Beiden!
Eure Reise ist so beeindruckend und toll, ich freue mich riesig für euch! Lasst es euch einfach gut gehen und passt auf euch auf! Eventuell machen wir es ja wirklich einmal wahr und organisieren eine All-Star Canyoningtour wenn ich mal wieder in die alte Heimat Tirol komme. Würde mich sehr freuen. Und wie sagt man so schön: Wenn du es träumen kannst, kannst du es auch tun. Liebe Grüße aus Lappland, aktuell haben wir nur noch 60 cm Eis auf den Seen. Christian