Als wir in Aitutaki gelandet sind, war das Wetter nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten – es regnete. Das ist hier in den Tropen aber nichts ungewöhnliches, nicht umsonst ist trotz der starken Sonne alles grün bewachsen. Unsere Gastgeberin, die komischerweise schon wieder Cathy hieß, empfing uns mit duftenden Blumenketten im winzigen, offenen Flughafengebäude. Nach kurzer Fahrt im Pickup waren wir schon da bei unserer kleinen „Villa“. Für 160€ die Nacht bekamen wir eine moderne Unterkunft mit eigenem Pool, Strand und Automatikroller geboten. Obwohl dies schon unser Budget hoffnungslos sprengte, ist das noch richtig billig im Vergleich zu den Resorts, dort blättert man für eine Nacht 500€ aufwärts hin.
Am Nachmittag wurde das Wetter schon freundlicher und wir düsten gleich mit dem Roller über die halbe Insel, die nur ca. 7 km lang ist. Echt super, dass der Roller inkludiert ist, denn öffentliche Verkehrsmittel gibt es auf Aitutaki keine. Die Häuser sind viel einfacher als in Rarotonga, fast wie auf den Philippinen kommt es uns vor. Das Geld der Touristen scheint wohl in den Resorts zu bleiben, denn vieles scheint etwas heruntergekommen oder als würde es Wartung benötigen. Mit Helm fährt hier niemand auf der Insel, aber das Verkehrsaufkommen ist überschaubar und die meisten kriechen im Schneckentempo die Straße entlang. Entgegenkommende Einheimische heben oft die Hand zum Gruß oder nicken uns freundlich zu. Die Straße zur höchsten Erhebung der Insel, dem 124 Meter hohen Maunga Pu, war dann ein besserer Traktorweg und ziemlich zugewachsen. Unsere Offlinekarte am Handy war da vielleicht nicht mehr ganz aktuell, einige Straßen und Wege scheinen aufgegeben und der Natur überlassen worden zu sein.
Der Dienstag und der Mittwoch vergingen wie im Flug mit Schnorcheln, Kayaken, Lesen und Relaxen am und im Pool. Wir versuchten auch noch eine Lagunen-Tour mit Boot bei einem kleinerem Anbieter zu buchen, die nette Dame am Telefon sagte uns aber, dass es auf der Insel momentan keinen Sprit gibt und das Versorgungsschiff erst die nächsten Tage kommen würde. Die Knappheit der Ressourcen merkt man auch an den teilweise leeren Regalen in den kleinen Geschäften, hohen Preisen und den vielen angebotenen Konserven. So wollten wir uns einmal Eier kaufen, aber erst im vierten Laden bekamen wir welche.Für Mittwoch Abend hatten wir eine „Island Night“ in einem Hotel gebucht, also quasi Tirolerabend auf Cook-Insel-Art. Wir dachten uns natürlich schon, dass es eine Touristenbelustigung sein würde, aber einmal wollten wir uns so ein Spektakel halt ansehen. Zuerst spielte eine sogenannte String-Band, die die Ukelelen zum Glühen brachten. Nach dem ausgezeichneten Buffet kam die eigentliche Aufführung mit den Trommlern, Tänzerinnen und Kriegern. Speziell die Insulanerinnen hatten einen beeindruckenden Hüftschwung drauf 😉 Wir genossen einen schönen Abend mit Einblick in die polynesische Kultur, auch wenn wir danach Bauchweh hatten, weil wir uns beim Buffet nicht zurückhalten konnten 🙈
Bevor wir am Donnerstag in unsere nächste Unterkunft umzogen, besuchten wir noch die „Kofi Bar“, die uns aufgrund des Kaffees mit Kokosmilch empfohlen wurde. Die „Bar“ besteht eigentlich nur aus überdachten Plastiktischen und -stühlen, wo sich jeden Vormittag Leute zum Kaffeetrinken und Tratschen treffen. Als wir mit dem Roller ankamen, wurden wir sofort überschwänglich empfangen und in die Runde aufgenommen. Es wurde ein Witz nach dem anderen gemacht und so ziemlich jeder aufs Korn genommen. Die Sprache am Tisch war zwar meist englisch, ab und zu vervielen die Einheimischen aber auch in ihre eigentliche Sprache, dem Cook-Island-Maori. Das soll sich von der neuseeländischen Maori-Sprache ziemlich unterscheiden, waren die Cook Islander doch die Vorfahren davon. Der süße Kaffee war nicht schlecht, aber das eigentliche Highlight war schon die Stammtischrunde. Wir erfuhren zum Beispiel, dass auf Aitutaki die Ehe dann doch nicht so genau genommen wird und die Kinder oft viele mögliche Väter haben. Oder, dass die meisten Leute zu faul zum Kochen sind und es hausgemachte Speisen in den Geachäften zu kaufen gibt. Sehr interessant und amüsant die Gespräche hier, wir versprachen wiederzukommen, und fuhren zu unserer Villa zurück. Cathy machte uns in ihrer passiv-aggressiven Art dann klar, dass sie uns nur bis zum Flughafen bringen würde, obwohl unsere anschließende Unterkunft nur noch 2 km weiter gewesen wäre. So ganz sympathisch war sie uns beide nicht…Wir wollten die kurze Strecke dann einfach zu Fuß gehen, aber es dauerte keine zwei Minuten, bis ein netter Mann mit seinem Pickup anhielt und uns mitnahm. Die zweite Unterkunft war dann recht einfach und der Manager schon wieder etwas merkwürdig, aber die Strandlage mit Aussicht auf das türkise Wasser war super!
Der Wetterbericht für die nächsten Tage war nicht so gut, aber wir dachten uns, was soll’s, und buchten für Freitag dann die Lagunen-Bootsfahrt. Nur noch ein anderes Paar aus Neuseeland war auf dem 250 PS starken Boot, und als wir dann raus fuhren, zeigte sich sogar die Sonne. Beim Halt auf der ersten Insel öffnete uns der Guide eine gekeimte Kokosnuss. Der sonst mit Kokoswasser gefüllte Hohlraum besteht nur noch aus einem festen Schaum, der wunderbar süß und nach Kokos schmeckt – eine echte Delikatesse! Es ging weiter auf die unbewohnte One-Foot-Island. Die Wasserfarbe war unbeschreiblich, das haben wir nicht mal auf den Philippinen so gesehen. Das „Post Office“ Gebäude auf der Mini-Insel wurde nur für die Touristen gebaut. Dort kann man sich einen Fußabdruck-Stempel für den Reisepass holen, aber nur, wenn man die Lagunentour mit einem gewissen Anbieter macht. Wir holten uns den Stempel einfach nachträglich 😉
Nach der One-Foot-Island kam noch die Honeymoon-Island dran, die eine ewig lange Sandbank hatte, auf der man wunderbar entlangspazieren kann. Nicht weit davon entfernt war dann der letzte Stop, bei dem wir ein weiteres ultimatives Schnorchelerlebnis hatten. Ich hatte gerade die Taucherbrille aufgesetzt, als direkt vor uns ein meterlanger Giant Trevally (die Makrelen vom Hafen) vorbeizog. Es wimmelte vor kleinen Fischen, wir kamen uns vor wie in einem übergroßen Aquarium. Sogar Riesenmuscheln sahen wir, ebenfalls um einen Meter groß. Diese Dinger können bis zu 100 Jahre alt werden (steht zumindest auf Wikipedia)!
Der Sonntag begann mit einem Frühstück im Pacific Resort, das überraschenderweise ziemlich günstig war. Danach fuhren wir zur größten Kirche auf Aitutaki, der Cook Islands Christian Church, um die Sonntagsmesse um 10 Uhr zu besuchen. Die CICC ist die älteste Kirche der Cook Inseln und wurde um 1828 gebaut. Die Cook Islander sind ja zum Großteil sehr gläubig und bekannt dafür sehr gut singen zu können. Die Messe dauerte dann geschlagene anderthalb Stunden und wir verstanden nicht viel, denn das meiste war auf Maori. Aber der Gesang ging wirklich unter die Haut – die Einheimischen sangen mehrstimmig aus voller Brust. In der Kirche trafen wir sogar wieder einige Leute von der Kofi Bar Runde und hatten gleich ein Gespräch.
Am Montag ging unser Flieger zurück nach Rarotonga erst um 19:40 Uhr, wir konnten den Tag aber noch am Strand im Gelände der Unterkunft verbringen. Nach einer kurzen Nacht im Airbnb nicht weit vom Flughafen entfernt, gehen unsere „Flitterwochen“ auf unserer Weltreise nun vorbei und wir sind wieder um viele schöne Erfahrungen reicher. Der siebenstündige Flug nach Australien katapultierte uns wieder „zurück in die Zukunft“ sozusagen, denn wir passierten wieder die Datumsgrenze und verloren einen ganzen Tag.






















Bevor wir wieder ein Resümee ziehen, möchten wir euch unser Video der Highlights vom Südseetraum Cook Islands nicht vorenthalten:
Fazit Cook Inseln
Was uns gefallen hat:
- Die Traumstrände, die türkisblaue Lagune, die süd-pazifische Unterwasserwelt
- Die meisten Einheimischen waren sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Am wenigsten sympathisch waren die, die am meisten mit Touristen zu tun haben. Aber wen wundert’s?
- Die Früchte schmecken sooo gut hier, die Brotfrucht kannten wir noch gar nicht
- Ikamata (roher Fisch in Kokoscreme mit Zwiebel und Limette)
- Gekeimte Kokosnüsse
- Der Inselbus auf Rarotonga
Was uns weniger gefallen hat:
- Außer dem Ikamata gibt es fast keine authentische polynesische Küche bzw. sie ist als Tourist nicht zugänglich, da eigentlich nur für größere Feiern von den Einheimischen aufgekocht wird
- Das Krähen der allgegenwärtigen wilden Hähne, zumindest fingen sie nicht vor 6 Uhr an
- Die viel beworbenen „Happy Hours“ auf Rarotonga, bei denen es dann doch nichts gescheites zum Trinken gab
Was uns kurios erschien:
- Die vielen Take-Away Restaurants
- Die Liebe der Cook Islander zu perfekt gemähten Rasen. Überall und zu jeder Zeit sah man irgend jemanden beim Rasenmähen
Toni
Wunderschöne Bilder