raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

Bezauberndes Bohol

Diesmal hat es etwas länger für den nächsten Beitrag gedauert, aber die letzten Tage hatten wir einfach zu schlechtes Internet, um die Fotos hochzuladen. Am 1. Dezember ging unser Flug von der Insel Palawan nach Cebu. Insgesamt haben wir von El Nido bis Panglao 2 volle Tage gebraucht, mit einer Übernachtung in Cebu City und einer Fährenüberfahrt nach Bohol. Ihr seht schon, um von einer Insel zur nächsten zu kommen, braucht es schon Geduld, aber zugegeben, es wäre auch etwas schneller gegangen… Wir nahmen diesmal einige „öffentliche“ Verkehrsmittel wie Jeepneys und Busse, wie es die Locals (Einheimischen) auch tun, Faktor 5 billiger dafür Faktor 5 langsamer. Die bunt und mit religiösen (christlichen) Sprüchen bemalten Jeepneys werden mit Leuten vollgestopft, bis man sich nicht mehr bewegen kann. Regelmäßige Fahrpläne gibt es nicht, gefahren wird nach Bedarf. So kann es schon mal passieren, dass man 2 Stunden auf den nächsten Bus wartet. Ausgestiegen werden kann überall, man klopft einfach gegen das Dach oder schreit irgendwas.

Auf der kleinen Insel Panglao (vorgelagert von Bohol) angekommen, erholten wir uns bei einem entspannten Tag am Strand. Das aufregendste an diesem Tag war wohl die Fischplatte für 2 Personen, da auch eine ganze Krabbe dabei war, wir aber zuvor noch nie eine Krabbe „aufgeknackt“ hatten. Mit dem richtigen Werkzeug und einiger Sauerei ging es dann schon. Der Montag hingegen war ein Highlight, wir besuchten mit dem geliehenen Roller (7€/Tag) die bekannten Chocolate Hills. Nach ca. eineinhalbstündiger Fahrt durch Reisanbaugebiete erreichten wir die Hügel, von denen es etwa 1300 Stück gibt und die meisten ca. 50m hoch sind. Die Hügel sind in der Trockenzeit braun gefärbt, daher der Name, bei uns waren sie mehr grün bis gelblich. Es gibt zwar ein Besucherzentrum mit Observation Deck für Touristen, das allerdings Eintritt kostet. Man kann, so wie wir, einfach auf einen Hügel neben einer Straße selber durch hohes Gras raufspazieren und den Ausblick genießen.

Auf dem Rückweg fuhren wir zum Philippine Tarsier Sanctuary nahe Corella, bei dem man Koboldmakis in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann. Die wirklich unglaublich süßen, flauschigen Koboldmakis (engl. Tarsier) sind winzig klein, nur etwa faustgroß, und haben riesige Augen, welche sie aber nicht bewegen können, sondern dafür können sie den Kopf 360 Grad drehen. Der Guide zeigte uns 5 dieser niedlichen Geschöpfe, ohne seine Hilfe hätten wir diese im Bambuswald nie entdeckt! Die Makis sind eigentlich nachtaktiv, weshalb sie untertags schlafen oder einfach nur an Bäumen „rumhängen“. In Gefangenschaft können Makis nicht lange überleben und zeigen suizidale Tendenzen. Es gibt in der Nähe (Loboc) ein weiteres Tarsier-Sanctuary, bei unserer Recherche fanden wir jedoch heraus, dass dieses nicht offiziell ist und eher als Touristen-Falle mit schlechten Bedingungen für die Makis dient…

Ein weiteres tierisches Abenteuer sind die Moskitos, die uns speziell auf Panglao fast verrückt werden ließen. Fängt man einmal zu kratzen an, hat man verloren. Das Insektenschutzmittel hat vorbeugend nur wenig genützt, der mit Hitze funktionierende Stichheiler heat-it lindert zumindest den Juckreiz, aber bei hunderten Stichen kann man nicht jeden davon behandeln. In dieser Woche lernten wir mental stark zu bleiben, und nicht dem Reiz zu kratzen nachzugeben.

Wir reisten weiter ans andere Ende von Bohol, nämlich nach Anda. Bei einem Zwischenstop im hektischen Tagbilaran, der Hauptstadt Bohols, gingen wir noch auf den Markt. Dieser war war wirklich authentisch, nicht wie die überlaufenen Touristenmärkte in Japan. Der Reis, so erfuhren wir, kostet mittlerweile auch schon 60 Pesos (1€) pro Kilo, die Inflation macht auch hier nicht halt. Die Gerüche auf dem Markt waren fast unaushaltbar, massenhaft Fisch, Fleisch und Gemüse in fragwürdigen hygienischen Umständen… aber so ist es halt. In Anda haben wir 4 Nächte in einem kleinem, von Auswanderer-Franzosen geführtem Resort verbracht, in welchem auch eine kleine Tauchbasis ist. Wir buchten zwei Tauchgänge am Vormittag und wurden nicht enttäuscht. Ca. 300m vor der Küste fällt das Korallenriff in einer Steilwand ab, und viele Meeresschildkröten, Kugel- und Feuerfische, Korallenformationen uvm. waren zu bestaunen. Abends bekamen wir den Tipp, eine „philippinische Disko“ zu besuchen, was heißt, dass auf einem Basketballplatz (Nationalsport) eine Lautsprecherwand aufgestellt wird, und dann die umliegende Dorfjugend abfeiert und tanzt. Das ließen wir uns nicht entgehen, und waren dann natürlich die Top-Attraktion auf der Party. Zuerst starren sie dich ungläubig an, dann wirst du mit einem Lachen in die tanzende Menge integriert. Und ja, wir waren die einzigen Touristen an diesem Abend höchstwahrscheinlich. Alkohol wird von den umliegenden Mini-Geschäften (Sari-Sari Stores) verkauft, aber vielen fehlt das Geld für diesen Luxus.

Gestern war wieder Moped-Tag, und wir schauten uns die nahegelegenen Cave-Pools an. Das sind Süßwasser-Becken, die in Karsthöhlen mit eingestürzter Höhlendecke entstanden sind, in Meeresnähe ist auch Salzwasser dabei. In der Cabagnow-Cave kann man super schwimmen gehen und sogar von ca. 4m reinspringen, wir waren am Morgen ganz allein dort. Danach noch eine Fahrt um die Halbinsel Anda, überall hängen bereits Plastiksterne neben der Straße als Weihnachtsdekoration, und auch einige „künstliche“ Christbäume kann man sehen. Ziel war aber der Can-unmantad Wasserfall, der wirklich beeindrucken konnte. Und weil wir noch nicht genug hatten, machten wir noch einen Nachttauchgang mit unserer netten Tauchlehrerin Marine. Es war eine interessante Erfahrung, eigentlich sehr friedvoll, die Lampen hätten etwas besser sein können. Wir waren dann doch etwas enttäuscht, da Marine uns vorher so vorgeschwärmt hat, wie viel man nachts so sehen kann. Sicher, es waren dann einige Oktopoden, Schnecken, wandernde Seesterne und Garnelen dabei, aber lange nichts im Vergleich zu untertags.

Heute ist wieder anstrengender Reisetag, wir wollen nämlich nach Moalboal auf Cebu, da man dort mit inmitten von riesigen Sardinenschwärmen schwimmen und tauchen kann. In Cebu am Fährterminal wurden wir wieder von unzähligen Taxifahrern belagert, sobald man aus dem „bewachten“ Areal hinausgeht. Da können sie dann schon lästig werden die Philippiner, fast anhänglicher als die Moskitos!

PS: Wir haben nun endlich unsere Packliste online gestellt. Nach über 7 Wochen Reise können wir stolz sagen, dass wir ziemlich überlegt gepackt haben. Außer die Medikamente haben wir bereits alle Gegenstände und Kleidung brauchen können, außer das Langarmhemd von Patrick und die Therabänder, da wir es irgendwie nie schaffen zu trainieren. Vermisst oder verloren haben wir bis jetzt noch nichts, außer natürlich EUCH!

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  1. Toni

    Tolle Bilder und Kommentare, weiter so 🙂 🙂

  2. Lydia

    Freuen uns immer sehr über euren super Reisebericht! Besonders auch über die professionellen Fotos!
    Wünschen euch zwei noch eine schöne Zeit und einmalige Erlebnisse! Bleibt vor allem gesund.
    ♥️lichst Lydia und Werner

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