raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

Looping the Loop

Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht – schon wieder ist fast eine Woche vergangen seit dem letzten Blog-Post. Die letzten 4 Tage verbrachten wir damit, den bekannten Thakhek Motorrad-Loop zu fahren, aber eins nach dem anderen.

Nachdem wir spätabends am Busterminal in Thakhek angekommen sind, mussten wir uns, wie alle anderen vom Bus auch, noch ein teures Tuk-Tuk (50000 Kip p.P.) bis zur Unterkunft nehmen, da die Bushaltestellen immer weit außerhalb vom Zentrum liegen. Die Tuk-Tuks wurden mit den Leuten aus dem Bus vollgestopft, die vielen Rucksäcke und das Gepäck noch hinten drauf geschnallt, bis kein Millimeter mehr frei war. Gottseidank hatte das Restaurant von unserem Guesthouse noch geöffnet, denn wir hatten noch nichts gegessen den ganzen Tag und es war schon etwa 21:30. Die Lokale in Laos schließen eher früh, und nur wenige haben die Genehmigung, länger als 23:00 offen zu haben.

Wir gönnten uns einen Ruhetag in der ca. 40.000 Einwohner zählenden Stadt Thakhek, welche nicht wirklich schön, aber der Ausgangspunkt zur gleichnamigen Motorrad-Runde ist. Außer ein paar im Kolonialstil erbaute alte Häuser gibt es hier nicht viel Sehenswertes. Die Stadt liegt direkt am Mekong und man sieht immer auf die thailändische Seite. Der Sonnenuntergang wäre hier wirklich wunderbar, wenn nicht das komplette Ufer zugemüllt wäre…

Müll am Mekong-Ufer

Für den Loop liehen wir uns einen halbautomatischen 100cc Roller aus, und packten in unsere kleinen Tagesrucksäcke das Nötigste für 4 Tage. Das restliches Gepäck (die großen Rucksäcke) kann man bei den Motorrad-Verleihern verwahren, von denen es mehrere in der Stadt gibt. In der Zwischenzeit ist der etwa 450km lange Loop komplett asphaltiert und in erstaunlich guter Straßenqualität, vor 10 Jahren wäre es mit einem Roller sicher um einiges schwieriger/länger gewesen!

Tag 1 von 4 begann mit der Xienglieb Höhle, welche einen riesigen Höhleneingang hat. Ohne größere Kraxelei und nasse Füsse kamen wir nicht weit rein, so gaben wir nach einigen Metern wieder auf 😉 Vor der Höhle gab es einen verwahrlost wirkenden Adventure-Park mit Hochseilgarten, der nicht mehr wirklich vertrauenswürdig aussah. Auf dem ersten Abschnitt der Strecke fuhren sehr viele LKWs, die über die nahegelegene vietnamesische Grenze wollen. Der nächste interessante Stop am ersten Tag war am Song Sa Wasserfall, wo wir uns in einem der Gumpen abkühlten. Hier im flacheren Süden ist es mit 30°C untertags heißer als im gebirgigen Norden, und auch nachts brauchen wir wieder die Klimaanlage. Der Wasserfall ist in der Nähe des Nam Theun 2 Damms, welches das größte Wasserkraftwerk in Laos ist. Ein Gigawatt Leistung, das ist schon ordentlich! Allerdings ist das überflutete Staugebiet unfassbar groß, viele Familien mussten ihre Behausungen aufgeben und weichen. Dies ist neben Umweltschäden nur einer der kritisierten Punkte dieses Mega-Projekts. Nach ca. 110km erreichten wir in Thalang unser Guesthouse, wo wir in einem Bungalow nächtigten.

Am Morgen von Tag 2 wusste Patrick sofort, dass etwas „Größeres“ im Bad lauerte, nachdem er die panischen Rufe von Romana hörte. Tatsächlich, eine beunruhigend riesige Spinne war auf der Holzwand und machte ziemlichen Eindruck auf uns. Romana schaffte es noch die Kamera zu zücken, bevor das Ungetüm durch die Ritzen hoffentlich nach draußen flüchtete. Wir googelten sogleich und die Recherche ergab, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Riesenkrabbenspinne handelte, welche für den Menschen ungefährlich ist. Auf alle Fälle waren wir danach munter. Ein toller Streckenabschnitt durch die „Flooded Forests“ folgte, also den durch den Damm überfluteten Gebieten, in denen abgestorbenen Bäume aus dem Wasser ragen. Wir kamen an vielen Reisfeldern und winzigen Dörfern vorbei. In einem davon dürfte es einen Feiertag gegeben haben, denn alle jungen Mädchen und Burschen trugen ihre wunderschöne, auffällig bunte und glitzernde Tracht (evtl. Hmong?). Auf dem Schulhof wurden Tennisbälle hin- und hergeworfen, was irgendwie zum Kennenlernen späterer Ehepartner dienen soll. Ein weiteres Highlight an diesem Tag waren die Bomb-Boats, die wir von einer Brücke beobachten konnten. Das sind Boote, die aus riesigen Fliegerbomben-Blindgängern „recycled“ wurden. Nach wieder ungefähr 110 km kamen wir in Ban Na Hin an, wo wir zwei Nächte in einem richtig guten Gästehaus (Sanhak) gebucht hatten, denn der 80km Trip zur Kong Lor Höhle an Tag 3 liegt nicht auf dem Weg.

Die Kong Lor Cave gilt nicht umsonst als der Höhepunkt vom Loop. Über 7 km lang zieht sich ein unterirdischer Fluss durch das Karstgebirge, die Höhle hat Ausmaße bis zu 100m in der Höhe und 90m in der Breite. Durchquert wird sie in einer Stunde flussaufwärts in einem schmalen Holzboot mit langem Außenbord-Motor, wie sie hier im Dschungel überall zu finden sind. Ohne die Stirnlampen ist es komplett dunkel, nur zwei riesige Hallen mit gigantischen Stalaktiten und Stalagmiten ist elektrisch beleuchtet. Teilweise ist es während der Trockenzeit so seicht, dass wir aus dem Boot aussteigen mussten. Auf der anderen Seite erreicht man ein Dorf, in das man von Kong Lor sonst nur in 6-7h Wanderung über die Berge kommt. Dort angekommen liehen wir uns ein schäbiges Fahrrad für viel zu viel Geld, um eine kleine Runde durch die abgelegenen Bauerndörfer zu machen. Unser „Kapitän“ hielt derweil ein Mittagsschläfchen. Flussabwärts ging es dann viel schneller durch die Höhle. Insgesamt war es schon eine außergewöhnlich coole Erfahrung für 9€ p.P.!

Der letzte Tag auf dem Loop war dann wie erwartet unspektakulär, mit Ausnahme des Limestone Forests (zu deutsch: Kalkfelsen-Wald). Extrem spitze Karstfelsen ragen hier einem Wald gleichend gen Himmel. Die Ziplines (Flying Fox), die sie hier überall dazwischen gespannt haben, wären zwar sicher toll, aber uns war es einfach zu teuer! Der 145km lange restliche Rückweg nach Thakhek war dann fast alles auf dem sogenannten „Highway“ zu bewältigen – mittlerweile neu asphaltiert, früher gefürchtet.

Heute nutzten wir als Ruhetag, und außer einem Besuch auf dem lokalen Markt taten wir nicht viel. Gleich kommt der Schlafbus, mit dem wir bis 7 Uhr morgens zu den 4000 Islands unterwegs sind.

PS: Die Reporterin von letzter Woche schickte uns das Video vom Interview, das im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde 🙈 Gut, dass uns hier keiner kennt! 😅

Unser Auftritt im Laos-TV

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  1. Lydia

    Hallo, ihr!
    Einmalige Erlebnisse mit ausgezeichneten Fotos und Beiträge!
    Wünschen euch eine gute Heimreise!
    Weiterhin viel Glück.
    Lydia und Werner

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