raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

臭豆腐? 不,謝謝!

Titel nicht verstanden? Kein Problem, wir übersetzen! Vorerst verraten wir aber nur so viel, dass es um einen der widerlichsten Gerüche geht, dem wir jemals begegnet sind…

Wir wollten einfach mal einen Blogtitel in chinesischen Schriftzeichen verfassen, von denen es ja über 100.000 gibt. Im Alltagsgebrauch kommt man aber mit “nur” 3000-5000 Zeichen durch 😂 Hier in Taiwan, aber auch in Hongkong und Macau werden noch die traditionellen chinesischen Langzeichen verwendet, während im Großteil von China die vereinfachte Form zum Einsatz kommt.

Um beim letzten Beitrag anzuschließen: wir kamen dann etwa vier Stunden zu spät in Jakarta an – es war schon fast Mitternacht, als wir dann das Flughafenhotel mit dem Taxi erreichten. Diese Reisetage sind echt mühsam, je mehr wir davon haben, umso lästiger erscheinen sie uns. Das Fliegen hat komplett seinen Reiz verloren, die Wartereien und Prozeduren am Flughafen nerven immer mehr. Auch der ganze nächste Tag ging drauf, nur um spät abends endlich im AirBnB im Zentrum von Taipeh anzukommen. Zumindest der fünfstündige Flug mit der taiwanesischen Fluglinie “EVA Air” war einer der besten überhaupt, denn man hatte unglaublich viel Beinfreiheit und Platz. Weiters gab es gutes Essen und Getränke umsonst, sogar mit richtigem Besteck! Eine willkommene Abwechslung nach den letzten Monaten mit Billigfluglinien, bei denen genau gar nichts mehr inklusive ist. Wir bekamen sogar Bier und Wein, sehr sympatisch diese EVA, wir freuen uns schon auf den Flug nach München 😉

Dass wir überhaupt noch ein paar Tage in Taipeh verbringen, hat ja drei Gründe. Erstens, gibt es keine Direktflüge von Indonesien nach Hause, weshalb wir uns überlegten, wieder irgendwo einen Stopover zu machen. Dann fanden wir eine extrem günstige Verbindung von Jakarta über Taipeh nach München, nur 350€ p.P. für beide Flüge! Die Einzelflüge wären um ein Vielfaches teurer gewesen, keine Ahnung, warum genau diese Kombination so günstig war. Da mussten wir ja zuschlagen, denn irgendwie wollten wir Taiwan eh nochmal erleben, bevor die Chinesen einmarschieren. Es vergeht ja fast kein Tag, an dem man in den Nachrichten nicht von einer militärischen Provokation von China gegenüber Taiwan hört, das den Inselstaat als abtrünnige Provinz sieht.

Die erste Nacht in Taipeh war wunderbar – es war so ruhig! Funktionierende Klimaanlage, kein knatternder Mopedlärm, keine Hähne, keine schreienden Muezzine! So gut geschlafen haben wir seit Monaten nicht mehr, glaube ich. Die Erhohlung hielt nicht lange an, denn die Hitze hier im Sommer ist brutal. So schwül war es nicht mal im Regenwald nahe dem Äquator! Zuerst besuchten wir den Tianhou Tempel, da er nicht weit von unserer Unterkunft im Stadtteil Ximen entfernt war. Die meisten Menschen in Taiwan bekennen sich zum Buddhismus bzw. Taoismus. Es ist interessant, wieviel los ist im Tempel, Taiwanesen aus allen Altersgruppen beten ihre Götter an oder fragen mithilfe zweier roter Holzklötzchen, die auf den Boden geworfen werden, die Götter mit Ja/Nein Fragen um Rat. Wenn man bedenkt, wie wenig bei den Messen in unseren Kirchen los ist, scheint ein regelmäßiger Tempelbesuch hier bei der Jugend vollkommen normal zu sein.

Als wir dann den Stadtberg Xiangshan erklommen haben, waren wir beide tropfnass. Die Aussicht auf die Millionenmetropole und auf den herausstechenden 101 Tower mit über 500 Metern Höhe war beeindruckend. Nachmittags fuhren wir mit der U-Bahn (oder MRT, Mass Rapid Transportation, wie sie in vielen asiatischen Städten heißt) noch zur Chiang Kai-shek Gedächtnishalle, da dort stündlich eine zackige Wachablöse stattfindet. Ich war danach so fertig von der Hitze, dass wir in die Unterkunft fuhren und bis abends rasten mussten. Dann rafften wir uns nochmal auf und gingen auf den Nightmarket in Ximending. Dort wehte uns immer wieder von gewissen Streetfood-Ständen ein Geruch entgegen, der den Würgereiz aufs Äußerste herausforderte. Wir ahnten schon, um was es sich handelte, denn wir hatten schon vom berühmten taiwanesischen “stinky tofu” gelesen. Das ist ein fermentierter Tofu, der in verschiedenen Varianten als “Delikatesse” angeboten wird. Es roch für uns beide aber so penetrant eklig, dass wir beide sogleich entschieden, diese Delikatesse definitiv nicht zu probieren. Der Geruch ist schwer zu beschreiben, auf jeden Fall sehr stechend, vielleicht ein Mix aus Kotze und Urinstein? 😂 Der Geschmack soll zumindest weniger intensiv sein… Jetzt können wir auch auflösen, was der Titel bedeutet: “Stink-Tofu? Nein, danke!”

Die zackige Wachablöse

Für den Freitag buchten wir online einen geführten Tagesausflug mit dem Bus nach Jiufen und Shifen, beides beliebte Touristenziele. Man kann auch auf eigene Faust mit den Öffis dort hinkommen, aber die Tour kostete nur etwa 25€ pro Person, und viele Dinge waren inkludiert. Der erste Stopp war beim Yehliu Geopark, wo das Meer sehr bizarre Gesteinsformationen an der Felsküste geformt hat. Unter anderem einen Kopf, der wie die Queen ausschaut, Pilze oder auch Kerzen. Die Temperatur um 09:30 Uhr lag dann laut Guide bei 38°C. 🥵 Wir probierten einen Bubble-Tea, das Lieblingsgetränk der Taiwanesen. Dabei handelt es sich um einen kalten Milchtee mit glitschigen Tapioka-Perlen. Wir konnten uns aber beide nicht dafür begeistern.

Jiufen beeindruckte mit seiner Lage und Aussicht. In der “Old Street” reihen sich die Souveniershops dicht an dicht und man wird von den Touristenmassen durchgeschoben. Aber man findet auch traditionelle Teehäuser in den steilen Gassen mit tollem Ausblick. Den nächsten Halt machten wir in Shifen, wo wir eine riesige Laterne mit unseren Glückwünschen bemalen durften. Diese Himmelslaterne wurde dann angezündet und stieg wie ein Mini-Heißluftballoon in die Luft. Laut Guide ist es ein lukrativer Beruf im Ort hier, die wieder zu Boden gekommenen Laternen einzusammeln. Der letzte Punkt auf dem Programm war der Besuch einer Süßwarenfabrik, wo wir unseren eigenen Ananaskuchen formen durften, die National-Süßigkeit von Taiwan. Alles in allem eine sehr gut organisierte Busreise für ziemlich wenig Geld!

Am Samstag schauten wir uns unter anderem  das astronomische Museum an. Für den Abend meldeten wir uns bei einem Pub-Crawling an, also einer geführten Kneipentour, um etwas unter die Leute zu kommen. Vorher schauten wir noch beim beeindruckenden Longshan Tempel vorbei, der speziell in der Abenddämmerung toll beleuchtet ist. Die Gruppe für den Pub-Crawl war dann recht klein, drei Deutsche, zwei Koreaner, ein Spanier, ein Ami und wir. Zum Start gab es gleich einen 58% Schnaps für jeden 🙈 Angeführt von zwei jungen taiwanesischen Mädels klapperten wir zuerst zwei Bars ab, in denen es überall einen Willkomensdrink abgab. Dann gingen wir ins Ausgehzentrum, wo so richtig die Party abging. Ja, feiern können sie, haben wir festgestellt. Um halb 2 hatten wir dann genug und bestellten uns ein Taxi über eine App.

Taiwan-Party voll im Gange

Den ganzen Sonntag Nachmittag verbrachten wir im Daan Park, wo wir einfach auf der Wiese gelegen sind. Aber selbst im Schatten beim Nichtstun schwitzten wir wie die Weltmeister, was freuen wir uns auf die kühle Alpenluft!

Eine kurze Zusammenfassung unserer Eindrücke von Taiwan:

  • Das Essen (mit Ausnahme von Stinktofu 😉) kann sich sehen lassen: Dumplings, Rindfleischnudelsuppe, Lauchbrot und Co. schmecken super!
  • Taipeh ist eine sehr saubere, sichere und hochentwickelte Stadt
  • Englisch können die Wenigsten
  • Es ist ziemlich ähnlich zu Japan
  • Das Inselinnere ist ja sehr gebirgig mit vielen 3000ern, leider war unsere Zeit zu kurz, um mehr vom Land zu sehen

Der Flug nach München ging erst um kurz vor Mitternacht, zum Glück gab es eine saubere Dusche im Flughafen! Der 14-stündige Flug war kurzweilig, wir konnten halbwegs gut schlafen. In München wurden wir schon von meiner Schwester und ihrem (Noch-)Verlobtem empfangen und gingen noch zusammen im Airbräu ein richtig deftiges Frühstück essen: Weißwurst und Fleischkäse 👍

Wie lange wir in Tirol bleiben bzw. wie es danach weitergeht, haben wir noch nicht entschieden. Heimaturlaub Nummer 2 kann beginnen, wir freuen uns natürlich schon sehr auf die Hochzeit meiner Schwester Andrea am 20. Juli und auf das Wiedersehen mit Familie und Freunden!

PS: Von der Campervan-Vermieterfirma in Perth ist eine E-Mail gekommen, dass ein Strafzettel für uns eingetrudelt ist. Wie wir bereits in Bitte, bitte halte durch! berichtet haben, blitzte es ja, als Romana am letzten Abend in Australien noch bei dunkel-orange in die Kreuzung einfuhr. Saftige 600 Australische Dollar (375€) kostet der Spaß, aber wir sind beim Überlegen, dass wir die Strafe gar nicht überweisen, denn es gibt kein Abkommen zwischen Österreich und Australien. Falls jemand von euch Erfahrung damit hat oder Tipps was wir tun sollen, bitte meldet euch 😉

Vorheriger

Welcome to the Jungle

Nächster

Die dritte Etappe kann beginnen

  1. Toni

    willkommen zu Hause

  2. Andi

    Schönen Urlaub 🙂

  3. Petra

    Fein, dass ihr jetzt daheim seid!!

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