raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

Die vielen Farben der Nordinsel

Vergeht die Zeit bei euch auch so schnell? Schon wieder sind 9 Tage seit dem letzten Artikel vergangen und wir sind schon seit 3 Wochen mit unserem Gefährt durch Neuseeland unterwegs. In dieser Woche haben wir in einer Schleife die Nordinsel durchkreuzt und haben dadurch sehr unterschiedliche Landschaften mit unglaublichen Farbkontrasten gesehen: Von türkisblauen Vulkanseen über grüne, verwunschene Märchenurwälder bis zu schwarzen Lavasandstränden bei kitschig orangem Sonnenuntergang.

Nach dem Hot-Water-Beach ging es Richtung Taupo-See, der etwa im Zentrum der Nordinsel ist. Auf dem Weg dorthin gibt es die Karangahake-Schlucht, wo man wieder auf die reiche Goldschürf-Geschichte trifft, da überall Ruinen von sogenannten Stamper-Batteries sind. Das sind Gebäude, wo das Erz gebrochen und weiterverarbeitet wurde. Es gibt einen netten Spaziergang durch eine Mine und danach durch einen Farn-Wald, aber sonst ist es nicht wirklich was besonderes.

Weiter auf dem Weg Richtung Taupo liegt dann das Hot ’n‘ Cold, wo sich zwei Bäche vereinigen, der eine heiß und der andere kalt. Bei der Mündung kann man wunderbar ein gratis Thermalbad genießen und wenn einem zu heiß wird, geht man einfach ein paar Schritte weiter in die Strömung vom kalten Bach. Toll! Man sollte nur nicht den Kopf untertauchen, da ein (sehr geringes) Risiko einer  Amöben-Meningitis-Infektion über die Nase besteht, denn diese Bakterien leben bevorzugt in heißen Thermalgewässern.

Da schon angemerkt wurde, dass ich auch mal schreiben soll, woher wir all diese Informationen bekommen (danke Stefan 😉), möchte ich hier ein paar kurze Beispiele geben: In diesem Fall wurde mit einem Warnschild vor Ort darauf hingewiesen, dass man den Kopf aus gesundheitlichen Gründen über Wasser halten soll. Da mich meist auch die Hintergründe interessieren, google ich dann, wenn Zeit ist, einfach nach und meist findet man gleich einige aufschlussreiche Artikel oder Wikipedia-Einträge zu dem Thema. Ein weiteres Beispiel aus dieser Woche: Auf einem Strand fand Romana ein blaues, alien-artiges Ding, das irgendwie wie eine aufgeblasene Qualle aussah. Als wir dann noch mehrere davon fanden, machten wir eine Reverse-Image-Suche mit Google, also eine Suche mit Bild- statt Texteingabe. Die Rückwärtssuche spuckte aus, dass es sich um die portugiesische Galeere handelt, eine Gattung der Seeblasen-Tiere, nur entfernt verwandt mit Quallen. Eine weitere Internet-Recherche ergab, dass die von uns gefundenen Exemplare die kleinere und etwas harmlosere Pazifik-Variante der portugiesischen Galeere handelt, die hier und in Australien „Bluebottles“ genannt werden (Physalia utriculus). Die meterlangen Tentakel verursachen einen starken Schmerz, der am besten mit heißem Wasser behandelt wird.

Unsere Stellplätze für die Nacht und die Public Dumping Stations (zum Auffüllen des Frischwassertanks und Entleeren des Grauwassertanks) finden wir mit den tollen kostenlosen Apps „CamperMate“ und „Rankers“. Hilfreich ist es immer, die Kommentare anderer Camper zu lesen, in denen dann z.B. meist steht, wie ruhig oder laut es in der Nacht ist, oder ob ein WC/Dusche in der Nähe ist. Beide Apps zeigen aber auch Wanderrouten und andere POIs (point of interest) an. Zum Navigieren auf den Straßen natürlich Google-Maps und wenn kein Mobilfunkempfang ist, oder wir beim Wandern sind,  nutzen wir Locus Maps mit Offline-Karten.

Nach dem entspannenden Bad in den Hot ’n‘ Cold Bächen fuhren wir noch am gleichen Tag zu den beeindruckenden Huka-Falls mit ihrem eisblauen Wasser. Die Nacht verbrachten wir beim Aratiatia Staudamm, dort werden 4-mal täglich für die Touristen die Schleusen geöffnet und für 15 Minuten strömen ca. 60000 l/s durch eine enge Schlucht, die man von Aussichtspunkten beobachten kann.

Nach diesem Spektakel am Morgen ging es in die Stadt Taupo, welche direkt am gleichnamigen See liegt, der etwas größer als der Bodensee ist. In Taupo befindet sich eine der bekanntesten McDonalds-Filialen ist, denn da kann man in einem echten Flugzeug (eine DC-3 für Kenner) seinen Burger genießen. Als wir an der Seepromenade flanierten, kamen wir an einem Golf-Abschlagplatz vorbei, wo viele Golfer eifrig einen Ball nach dem anderen Richtung See schlugen. In rund 100 m Entfernung schwimmt eine Plattform mit 3 Löchern und wenn man das kleinste davon trifft, gewinnt man 10.000$, was anscheinend im Schnitt alle 2 Wochen vorkommt. Ebenfalls sehenswert waren die unglaublich gut gemalten Graffities überall an den Häusern.

Am nächsten Tag beschritten wir den 19 km langen Tongariro Alpine Crossing. Das ist eine extrem beliebte Tageswanderung (bis zu 3000 Personen pro Tag!!), bei der man zwischen Vulkanen und an  türkisblauen Kraterseen vorbeiwandert. Einer der Vulkane ist der Mount Ngāuruhoe, welcher als  Schicksalsberg in der Herr der Ringe-Trilogie berühmt wurde. Da es keine Rundwanderung ist, braucht man danach ein Shuttle zum Auto zurück. Die Anbieter verlangen für das Parken und das 30-minütige Taxi inzwischen 60$ pro Person, ja das muss ein gutes Geschäft sein – hier trifft das preisbestimmende Prinzip „Angebot und Nachfrage“  definitiv zu.

Wir brauchten für diese konditionell einfache Tour inklusive Pausen etwa 8 Stunden, ließen uns aber wirklich viel Zeit und machten auch viele Fotos. Die Farben der Seen und der Ausblick auf den Schicksalsberg entschädigen auch die Menschenmassen zwischen denen man wandert. Nach der „Hatscherei“ (der Abstieg war dann wirklich lang!) haben wir unsere Stelzen dann schon gespürt! Wir nächtigten das erste Mal auf einem bezahlten Campingplatz, da wir uns nach der Wanderung eine heiße Dusche gönnen wollten.

Am Sonntag fuhren wir durch das Whanganui River Valley, einem ewig langem Tal ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten. Autos kommen da einem nicht sehr viele entgegen… Dafür bekamen wir einen richtig tollen Schlafplatz direkt an einer Klippe über einen Strand mit schwarzen Sand.

Es ging weiter zum „einsamen Berg“, dem Mt. Taranaki. Dieser ist ebenfalls ein Vulkan, der aber seit 300 Jahren nicht mehr ausgebrochen ist. Dafür steht er komplett alleine da mitten in einer Ebene, fast wie der Fuji in Japan. Dort angekommen machten wir einen netten Rundgang, wieder durch einen märchenhaften Urwald vorbei an einem Wasserfall und glasklaren Gumpen. 

In der Stadt New Plymouth organisierten wir uns etwas, d.h. schwimmen, duschen und relaxen im Whirlpool im Hallenbad, Wäsche waschen und einkaufen.

Die Reise ging weiter zu den „Three Sisters“ und dem „Elephant Rock“: Steinformationen in der Küste, die man nur bei Ebbe erreichen kann. Da es schon spät war, als wir am Campingplatz vor Ort ankamen, verschoben wir die Besichtigung auf den Morgen, da dort wieder Ebbe war. Als wir vor dem Elephant Rock standen, konnten wir den Elefanten nicht wirklich erkennen und dachten uns, dass man evtl. weiter draußen im Meer die richtige Perspektive hat. Auf den Fotos sah er nämlich einem Elefanten wirklich sehr ähnlich! Später lasen wir dann im Internet, dass der Elefant 2016 bei einem Erdbeben seinen Rüssel verloren hat… da waren wir wieder beruhigt 😂

Nach diesen vielen Erlebnissen haben wir es jetzt ruhiger angehen lassen und die letzen zwei Tage weniger Programm gehabt. Wir sind lange an einem riesigen wunderschönen Freedom-Campingplatz bei einem Stausee nahe Whakamaru gestanden. Der  Platz ist mehrere hundert Meter lang und direkt am See gelegen. Leider hat unsere Kühlbox schon wieder unsere Autobatterie ausgesaugt, aber zum Glück hatten wir ja jetzt schon ein Starterkabel und eine freundliche Nachbarin half uns sogleich.

Jetzt sind wir wieder an der Ostküste der Nordinsel. Für den 23. März haben wir die Fähre von Wellington zur Südinsel gebucht, das heißt, jetzt haben wir 9 Tage Zeit, um die vielen Sehenswürdigkeiten der Ostküste abzuklappern. Über diese werden wir dann im nächsten Beitrag berichten!

Vorheriger

Die Abenteuer der zwei Hobbits

Nächster

Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu

  1. Toni

    Tolle Bilder und Kommentare 🙂

  2. Maria

    Da werden Erinnerungen wach: Paua Shell, Bluebottle, schwarzer Strand ….
    Traumhaft!!!
    Alles Gute weiterhin

Antworte auf den Kommentar von Maria Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén