raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

See Ya, New Zealand!

Für unsere letzte Woche in Neuseeland hatten wir nochmal ein Traumwetter – meist wolkenlos! Am türkisblauen Lake Tekapo noch eine kleine Wanderung, bevor es nach Timaru ins Schwimmbad ging. Am darauffolgenden Tag entschieden wir uns aufgrund des herrlichen Wetters, nochmal ins Landesinnere in die Berge zu fahren, genauer gesagt zum Herr-der-Ringe-Drehort für Edoras und Helms Klamm. Die Fahrt dorthin führt über eine ewig lange Schotterstraße, vorbei an nur noch vereinzelten Farmen. Eine kurze Wanderung bringt einen auf den Mount Sunday, der so heißt, weil sich dort früher immer sonntags die umliegenden Farmer getroffen haben. Die Aussicht in die unbewohnten Täler ist wirklich spektakulär. Wir übernachteten einfach auf dem Wander-Parkplatz, und am nächsten Morgen ließen wir uns ein Frühstück im wohl abgelegensten (und komplett autarken) Café Neuseelands schmecken, der Mt. Potts Lodge. Nach sehr kalorienreichen Eggs Benedict und Pancakes brauchten wir einen Verdauungsspaziergang, weshalb wir den Lake Clearwater in 2,5h umrundeten. Ursprünglich wollten wir zwar einen Gipfel besteigen, aber irgendwie fehlte uns dann die Motivation, wohl ausgelöst durch maßloser morgendlicher Völlerei.

Das Tagesziel war eigentlich die Whitecliffs Domain, ein ruhiger Freedom Campingplatz. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an einem Fluss vorbei, der wunderschön türkisfarben heraufleuchtete, da mussten wir natürlich stehen bleiben und uns das näher anschauen. Ein etwas zugewachsener Weg führt in die Rangitata River Gorge, aber leider hat man nur selten Aussicht auf das verlockend blaue Wasser.

Ich dachte mir ständig, ich will da jetzt gefälligst mit Neoprenanzug durchschwimmen oder mit einem Raft gemütlich durchpaddeln, leider hatten wir beides nicht zur Verfügung 😉

Tags darauf ging es für uns nach Christchurch, mit 350.000 Einwohnern die größte Stadt der Südinsel, und unsere letzte Destination im Lande. Christchurch wurde 2011 von einem furchtbaren Erdbeben heimgesucht, bei dem 185 Menschen starben und zehntausende Häuser danach abgerissen werden mussten. Erdbeben sind hier in der Gegend häufig, da hier die Pazifische Kontinentalplatte auf die Australische trifft. Als wir durch das Zentrum schlenderten, vielen uns viele ganz neue Gebäude und sehr viele Baustellen auf, unter anderem die Kathedrale, die auch beim Beben schwer beschädigt wurde. Das Spannendste an Christchurch war aber unser Besuch im C1 Espresso Café, in dem man sich einige Speisen und Getränke über ein pneumatisches Rohrpostsystem an den Tisch schicken lassen kann 😂

Wir bestellten Burger mit Pommes und Dosenbier, aber haben leider versäumt, ein Foto nach Auslieferung davon zu machen (der Burger war länglich und eingerollt, also eher ein Sandwich). Nur ein Video, wie die Kapsel ankommt und Romana sie herausnimmt können wir euch zeigen:

Wir schliefen in der Hafenstadt Lyttleton, da die kostenlosen Stellplätze in Christchurch und Umgebung leider Mangelware sind. Am nächsten Tag wollten wir über die Bergstraße nach Akaroa auf die Banks Peninsula fahren, mussten dann aber auf dem Berg oben feststellen, dass Teile der Straße  wegen Steinschlags gesperrt sind. Wir kehrten also um und fuhren über die normale Straße die anderthalb Stunden nach Akaroa auf der Halbinsel. Das kleine Städtchen durch seine Historie französisch angehaucht, überall findet man Bistros, Brasseries und Restaurants. Abends besuchten wir sogar ein winziges Kino und schauten uns den schrägen Psycho-Horrorfilm „Late Night with the Devil“ an, den sich überraschenderweise Romana ausgesucht hatte. 

Wieder wolkenlos war der Samstag, weshalb wir durch das Hinewai Reserve wanderten, was aber leider ziemlich schattig und zugewachsen war. Die Rückfahrt über die Summit Road bei Sonnenuntergang war es dann echt noch wert!

Der Sonntag ging für stressfreies Packen, Aufräumen, Wäsche waschen und Autoputzen drauf, bevor wir uns dann am Montagvormittag mit Helen, der Käuferin unseres Autos in der Stadt trafen. Gemeinsam gingen wir noch zu einem AA Centre (nein, nicht die Anonymen Alkoholiker!), um die Versicherung zu kündigen und das Auto umzumelden. Dann standen wir plötzlich da, ohne Auto, nur mit unseren Rucksäcken… irgendwie verloren… Wehmütig lagen wir auf der Wiese im Stadtpark, und dachten zurück an unsere treue Sigrid, die uns nie im Stich ließ und über zwei Monate Obdach gegeben hat. Rund 9200 Kilometer sind wir mit ihr durch unendliche Hügellandschaften, über steile Bergpässe, auf holprigen Schotterstraßen, ja sogar auf Sandstrand, gedüst. Eine Ära geht zu Ende – aber neue Abenteuer warten auf uns!

Am Abend schlugen wir es uns in einem Chinarestaurant so richtig die Bäuche voll, da wir –  wie so oft – wieder einmal zuviel bestellt hatten. Wir staunten nicht schlecht, als die Angestellte um 21:00  den Staubsauger anschmiss, obwohl wir noch beim Essen waren und das Lokal bis 22:00 Uhr geöffnet hat. Sie wollte wohl endlich Feierabend machen 😂

Unsere chilenische AirBnB-Gastgeberin hat uns heute netterweise im Auto zum Flughafen Christchurch mitgenommen, da sie in der Nähe arbeitet. Hier sitzen wir gerade bei Kaffee und Muffins und schreiben fleißig diesen Blogpost und sortieren und beschriften Fotos. 1355 Bilder und Videos von Neuseeland sind übrig geblieben, nachdem wir alle paar Tage notwendigerweise schlechte, doppelte  oder unscharfe aussortieren, um der Datenflut Herr zu werden.

Es ist wieder soweit für unsere Pro-und-Kontra Liste für Neuseeland:

Fazit Neuseeland

Was uns gefallen hat:

  • Die Landschaft ist so beeindruckend vielfältig und abwechslungsreich: Man kommt durch den Regenwald zum alpinen Gletscher und vom menschenleeren Sandstrand nebst Dünen ist es nicht weit zur grasigen Hügellandschaft.
  • Die ungewöhnliche Tierwelt: Aufgrund der Abgeschiedenheit hat sich die Fauna in Neuseeland sehr eigenständig entwickelt. Hier gibt es so viele endemische Arten (vor allem Vogelarten), die es nirgendwo anders gibt. Beim Wandern und Campen  trifft man auf so viele nicht scheue Tiere, die sich einem bis auf ein paar Zentimeter nähern.
  • Die Kiwis (die Neuseeländer) sind so offene und nette Leute. Sie fangen sofort Smalltalk mit einem an und zeigen ehrliches Interesse
  • Sehr gute öffentliche Infrastruktur: Gratis Parkplätze, Freedom Camping möglich, extrem viele öffentliche Toiletten, fantastische Kinderspielplätze (da möchte man selbst wieder Kind sein!), Mülleimer, Museen ohne Eintritt…
  • Bei den meisten Straßen gibt es  Geschwindigkeitsempfehlungen für die Kurven: Das ist sehr angenehm, damit man weiß, wie schnell man ca. in die Kurve rauschen kann, ohne das Auto im Graben zu versenken 😉
  • Es ist üblich, in Cafés und Bars die Bestellung beim Tresen zu machen und auch gleich zu bezahlen. Somit muss man nicht wieder auf eine Bedienung warten und kann jederzeit gehen.
  • Kartenzahlung ist überall etabliert, wir haben nur genau einmal an Anfang etwas Cash vom Bankomaten angehoben.

Was uns weniger gefallen hat:

  • Vor allem in Auckland sahen wir einige wirklich verrückte Leute. Drogen- und Alkoholprobleme sind auch hier präsent.
  • Ebenfalls in den Städten merkt man den übermäßigen Fast-Food-Konsum – vor allem viele sehr dicke Maori und Polynesier sind auffällig.
  • Sehr viele „Boy Racers“ mit ihren unglaublich lauten, dumm aufgemotzten Autos terrorisieren abends und nachts Anrainer und Leute, die Schlafen wollen. Deswegen mieden wir so gut es ging die Städte und suchten uns abgelegene ud ruhige Plätze zum Schlafen.
  • Das Preisniveau für geführte Aktivitäten ist wirklich sehr hoch, wir mussten uns schon immer gut überlegen, was wir uns leisteten und was nicht (wie z.B. die Glühwürmchen-Höhlen-Tour, obwohl es gratis Alternativen gibt).

Was uns kurios erschien:

  • Die einstöckige, einfache Holzbauweise der Häuser ohne Keller ist total anders als in Österreich. Das hat aber unter anderem praktische Gründe wie die Ausgesetztheit von Erdbeben.
  • Die Supermärkte sind dermaßen heruntergekühlt, dass man ohne Jacke und mit FlipFlops zu frieren beginnt.
  • Während unserer 2 Monate gingen wir 3 mal zu McDonald’s – und 3 mal bekamen wir nicht das bestellte Dressing zum Salat. Wahrscheinlich isst hier kein Mensch Salat – zumindest nicht beim Mäcci.

Wir verbrachten eine wundervolle Zeit hier in Aotearoa (die Maori-Bezeichnung für Neuseeland). Wenn wir es irgendwann irgendwie wieder hierher schaffen sollten, wollen wir unbedingt Mehrtages-Wanderungen mit Zelt oder Hüttenübernachtungen machen – die atemberaubende Berglandschaft rund um Queenstown hat es uns besonders angetan. In diesem Sinne: See Ya, New Zealand!

Vorheriger

Pinguin-Alarm!

Nächster

Seegurkensalat auf Rarotonga

  1. Toni

    ….wieder ein tolles Land abgeschlossen- alles Gute für das nächste Land

  2. Petra

    Ein wirklich gelungenes Gesamtpaket!
    Und jetzt auf ins Inselparadies ……..alles Gute!

Antworte auf den Kommentar von Toni Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén