raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

Tirolerabend in Tokio & Abschied von Japan

Wieder mal war der Bus die günstigste Variante, um vom Kawaguchiko nach Tokio zu kommen. Coolerweise war die Endstation genau bei der berühmten Shibuya-Kreuzung, welche wir uns ohnehin anschauen wollten. Diese wird auch Alle-Gehen-Kreuzung oder Scramble-Crossing genannt, da hier im Schnitt 3000 Personen bei Grün gleichzeitig die Straße überqueren, und mit bis zu 500.000 Personen an einem Wochentag eine der am stärksten frequentierten Kreuzungen weltweit ist! Vom Bahnhofsgebäude aus kann man dem Spektakel gut zuschauen, aber wir sind dann auch ein paar mal über die Kreuzung gegangen. Das war wesentlich unspektakulärer, da es gar nicht so auffällt, wenn man sich mit der Masse mitbewegt…

Die Shibuya-Kreuzung

Am nächsten Vormittag gingen wir auf den ehemaligen größten Fischmarkt der Welt, dem Tsukiji Market, der aber 2018 übersiedelt ist. Bestehen blieben aber kleine Geschäfte und Street-Food-Stände, hauptsächlich für Touristen. Man findet wieder Allerlei aus dem Meer wie Muscheln, Seeigel oder Seegurken zum sofort Verspeisen, aber auch riesige Thunfischstücke für Restaurants oder Händler. Hier wuselte es uns wieder zuviel, und wir mussten sowieso weiter zum Skytree, da wir uns dort mit Leo und Martin (wieder ehem. Studien- & Arbeitskollegen von Patrick) verabredeten. Toller Zufall, dass soviele Tiroler genau zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind! Wir fuhren mit dem Lift auf bis zu 450m von den 650m, der Skytree ist damit das dritthöchste freistehende Gebäude der Welt, ihr merkt schon, alles Superlative hier in Japan! Die Aussicht über die endlose Stadt war gigantisch, an klaren Tagen kann man anscheinend sogar den Fuji sehen… Bei uns war es irgendwie leicht trüb, ob vom Smog oder sonst was wissen wir leider nicht. Aber es hat gut ausgesehen, wie die Wolkenkratzer im „Nebel“ verschwinden… Anschließend gab es noch einen sündhaft teuren Glühwein am Christkindlmarkt (es hätte sogar bayrisches Hofbräuhaus-Bier gegeben, aber unerschwinglich 😉).

Als nächsten Programmpunkt hatten wir 4 die bekannte Multivisions-Kunstausstellung „TeamLab Planets“ gebucht. Der Weg dorthin war schon ein kleines Highlight, da wir mit einer Bahn (Linie U) gefahren sind, die auf einer eigenen erhöhten Spur zwischen den Inseln und Docks umhergekurvt ist. Und das Beste war, die Bahn hatte vorne ein Panoramafenster, und wir waren in der ersten Reihe zum Genießen der Skyline und Wolkenkratzer. Das Teamlab Planets war dann wirklich eine tolle Erfahrung, und die guten 20€ Eintritt auch echt wert! Wir sagen nur soviel: Verspiegelte Wände, tausende hängende und sich bewegende Orchideen, Labyrinthe durch Lichterketten gekoppelt mit Sound, Durchwaten von milchigem Wasser, auf das Blumen und Fische projiziert werden… Wow!

Leo führte uns noch zu einem riesigen Roboter namens „Gundam“, der in Japan durch irgendeine Anime-Serie bekannt ist. Abends wird jede halbe Stunde Gundam angeleuchtet und ein Ausschnitt aus der Serie wird gespielt, aber so einschüchternd Gundam auch ausschaut, die Performance war enttäuschend, da er sich leider fast nicht bewegt. Wir bestellten in der angrenzenden Mall noch eine Riesenportion Fried Chicken mit Curry, die zwar unfassbar gut, aber fast nicht aufzuessen war. Als Abschluss gingen wir noch in eine Bar in unserem Viertel (die 2 und wir hatten lustigerweise dieselbe U-Bahnstation zum Hotel), und beschlossen den „Tirolerabend“ mit Kirin Bier und japanischen Whisky, der wohlbemerkt den Schottischen um nichts nachsteht.

Gestern (Donnerstag) planten wir nicht viel ein, da (leider) wieder Waschtag angesagt war. Der 23. November ist ein Feiertag („Tag des Dankes für die Arbeit“), deshalb „wuselte“ es in den Einkaufsstraßen wieder mal so richtig. Wir gingen interessehalber in ein Technik-Shopping-Center, und es ist so ungefähr wie ein 6-stöckiger Mediamarkt. Allein die Kopfhörer-Abteilung war riesig und man konnte fast alle davon ausprobieren, sogar die einfachen, altmodischen „Kabelgebundenen“. Nachmittags fuhren wir schon Richtung Narita Airport (in Tokio gibt es zwei Flughäfen), der leider 80km außerhalb vom Zentrum liegt, aber viele internationale Flüge abwickelt. Da man ca. 1,5h fährt (mit dem Billigzug 😀), die Züge nachts nicht verkehren und unser Flug schon um 08:55 geht, dachten wir uns, dass es besser ist ein Flughafenhotel zu nehmen. Es war auch sehr angenehm, da alle Flughafenhotels ihren eigenen kostenlosen Shuttle-Bus haben, der immer zwischen Hotel und Airport pendelt.

So, jetzt wollen wir ein Resümee von Japan ziehen. Über ein Monat verbrachten wir im Land der aufgehenden Sonne, und wir können sagen: Japan ist definitiv eine Reise wert!

Fazit Japan

Was uns gefallen hat:

  • Die japanische Kulinarik: Das Essen ist unglaublich schmackhaft, 99% aller Gerichte (und das waren viele!) haben uns geschmeckt!
  • Die Gastfreundlichkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft der Japaner: Es gab in dem Monat keine einzige unfreundliche Begegnung!
  • Die Organisiertheit und Pünktlichkeit: Es gibt für alle Eventualitäten schon irgendeine vorbereitete Lösung, entweder einen Shuttlebus, Klo im Convenience Store, Regenschirm vom Hostel, ausgedruckter Busfahrplan im Touristoffice, die sekundengenaue Abfahrt (kein Witz!) der Züge und Busse, Gepäcktransfer zwischen Hotels, festgelegte Streckenpreise, die man bereits in Google-Maps sieht… uvm…
  • Sicherheit: Null Kriminalität, oder wenn man was verliert, dann wird es einem nachgeschickt oder es liegt einen Tag später immer noch da. Wahre Geschichte eines Guides: Die verlorene Kamera seiner Mama wurde zur Polizei gebracht, der Hersteller konnte den Händler durch die Seriennummer kontaktieren, der Händler konnte die Kundin zuordnen und so kam die Kamera wieder zurück 😂
  • Beheizte Klobrillen und super funktionierende Duschen mit Hochdruck 😅, immer mit Shampoo, Body-Washseife und Conditioner Flasche!
  • Onsen: Das Baden im heißen Wasser nach einem anstrengenden Tag ist sehr angenehm!

Was uns weniger gefallen hat:

  • Totale Einweg-Kultur: Vor allem in den Städten, egal was, es wird zuerst dreifach in Plastikfolie verpackt. Und alles einzeln. Im Convenience Store findet man einzeln verpackte Bananen, Eier, … Dann bekommt man einen verpackten Plastiklöffel dazu und eine plastikverpackte Serviette und plastikverpackte Stäbchen. Einweg-Becher im Cafe, etc.
  • Sehr wenig Müllkübel auf den Straßen: Das hat aber einen Hintergrund, da es 1995 einen terroristischen Giftgas-Anschlag einer Sekte in der U-Bahn Tokios ausgehend von Müllkübeln gab. Der Müll wird nur getrennt nach Recyclebarem (Platikflaschen und Dosen) und Brennbarem (der Rest). Positiv ist, dass jeder seinen Müll mitnimmt, es wird (fast) nichts weggeschmissen!
  • Sehr wenig Wanderwege, sogar am Land. Wo es bei uns haufenweise Spazier- und Wanderwege gibt, findet man in Japan höchstens einen zugepflasterten Pfad. Überall asphaltiert, betoniert, oder mit sinnlosen Steinstufen für minimales Gefälle ausgestattet.

Was uns kurios erschien:

  • Es wird sich nicht nur einmal bedankt, sondern beim Betreten des Geschäfts, vor dem Kauf, nach dem Kauf, beim Verlassen, nach dem Verlassen des Geschäfts und noch 10 mal dazwischen. („Arigatou gozai maaaaaaaaaaaas!“)
  • Fürs WC gibt es oft eigene Schlappen, auch wenn es nur 0,5m2 groß ist.
  • Wenn man was falsches oder verbotenes macht, wird einem sofort ein „X“ mit den gekreuzten Armen oder Fingern gezeigt.
  • Das Klopapier ist landesweit einlagig, und so dünn dass es schon fast transparent ist 🙈
  • Das Kartenmaterial ist oft sehr schlecht, meist nur skizziert oder grob schematisch und mit gezeichneten Figuren vollgespickt. Sehr oft sind die Karten und Pläne auch nicht genordet, was Patrick zur Weißglut bringt, und nicht zu unserer Orientierung beiträgt.
  • Suppen, Ramen, Nudeln werden sehr lautstark geschlürft, es wird auch viel geschmatzt, gehustet und geniest, was für Romana nur schwer zu ertragen ist 😁

Was auch noch angemerkt werden sollte, aber in keine der obigen 3 Kategorien passt, ist dass Englisch-Kenntnisse so gut wie nicht vorhanden sind, und das quer durch alle Altersschichten. Einzig manchmal Hotelangestellte an der Rezeption oder an Touristeninformationen, aber sogar bei denen ist es oft schwer verständlich!

Und jetzt noch die Auflösung, wohin es für uns heute weitergeht:

… Es geht auf die tropischen Philippinen 🇵🇭🌴🥥🏝️🍹!

Genauer gesagt fliegen wir ca. 5h lang zuerst nach Manila, haben da einen 4h Stop, und dann fliegen wir weiter nach Puerto Princesa auf Palawan. Morgen werden wir versuchen einen Bus ins Fischerdorf Port Barton zu bekommen, wo wir um 16€ für 2 Nächte ein super bewertetes Guesthouse gebucht haben. Wenns uns da gefällt, bleiben wir länger!

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  1. Maria

    Tolle Erlebnisse!
    Freue mich mit euch.
    Und: die Philippinen sind mit Sicherheit günstiger als Japan.
    Macht’s gut 👍

  2. Toni

    Japan super abgeschlossen- tolles Resumee…..neues Land – neue Eindrücke,weiter so

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