Der Aufenthalt im Guesthouse “Batu Kapal” am Rande des Dschungels von Sumatra war dann sehr entspannt, abends wurde sogar musiziert und gesungen was das Zeug hielt und der ein oder andere Joint machte die Runde. Indonesien hat ja eine sehr strikte Drogenpolitik, mit der man auf keinen Fall in Berührung kommen will, in abgelegenen Regionen wie hier und in Touristenhochburgen pfeifen die Einheimischen anscheinend darauf. Der Ohrwurm des Abends (und der nächsten Tage!) war dann dieses Lied in der Jingle Bells-Melodie:
Jungle Trek, Jungle Trek
In Bukit Lawang
See the monkeys, see the birds
See Orang Utan, hey!
Jungle Trek, Jungle Trek…
In Bukit Lawang ist der große Markt immer am Freitag und da wir sowieso kein rechtes Programm hatten, ließen wir uns mit den Mopeds zuerst zum nächsten Bankomaten fahren, der aber sieben Kilometer entfernt war, bevor wir uns beim Markt absetzen ließen – den Rückweg wollten wir dann zu Fuß gehen. Beim Markt war es dann lustig zum Sehen, wie sich dann zig Frauen um einen Verkäufer drängten, der seine neuesten Küchenutensilien über ein Mikrofon anpries. Es dauerte nur einen Augenblick, bis uns der Verkäufer erspähte und natürlich gleich Smalltalk über das Mikrofon mit uns führte 🙈 Wir deckten uns mit super schmeckendem Obst wie Mangostin und Schlangenfrucht ein, wussten aber nicht, ob wir handeln sollen oder nicht. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft hielten wir bei einem Gästehaus, um etwas Kaltes zu trinken. Dort lernten wir den Fremdenführer und Vermieter Josef kennen, der uns viel über die Probleme hier berichtete. Die Palmöl-Industrie versucht das Land von den Bauern zu ergattern, der Urwald und sein Tierbestand wird kleiner und kleiner durch illegales Abholzen, trotzdem, dass das hier sogar ein Nationalpark ist. Fehlende Bildung und Aufklärung der Bevölkerung, wenig nachhaltiger Tourismus und Korruption machten ihm ebenfalls große Sorgen, dass in wenigen Jahren überhaupt keine Orang Utans mehr zu finden sind, welche DER Hauptgrund für den Tourismus hier sind. Wilde Orang Utans (übersetzt “Waldmenschen”) kann man auf unserem Planeten nur mehr im Regenwald Sumatras und Borneos beobachten, sonst sind die zotteligen Menschenaffen leider überall schon ausgerottet worden. Wir versprachen zum Abendessen wiederzukommen, da er uns auch den Weitertransport organisieren könne. Am Nachmittag in unserer Unterkunft machten uns dann andere Gäste darauf aufmerksam, dass in einem Baum direkt neben der Unterkunft zwei Orang Utans seien. Und tatsächlich, in der Baumkrone hangen sie dann, die braunen Menschenaffen, die bis zu 60 Jahre alt werden können. Mit langsamen und bedächtigen Bewegungen hangelten sie sich mit ihren sehr langen Armen von Ast zu Ast und pflückten Früchte und Blätter vom Baum, um sie dann zu verspeisen.
Auf dem Weg zu unserem Dinner kamen wir dann in einen richtigen Wolkenbruch im Tropengewitter und trafen tropfnass bei Josef ein, der uns aber sogleich mit einem Handtuch aushalf. Wir waren dann gespannt, als er sich entschuldigte, dass sein Koch nicht da sei, und er stattdessen für uns kochen würde… Wieder mal unterschätzten wir jemanden, denn das Essen (Nudelsuppe und ein Hähnchengericht) schmeckte wunderbar!
Ursprünglich wollten wir zum Schluss in Indonesien auch noch die Insel Java erkunden, aber Romana und ich entschlossen uns dazu, länger auf Sumatra zu verweilen, um es stressfrei genießen zu können. Deshalb entschieden wir uns dann für das 3-tägige Dschungeltrekking, man konnte nämlich zwischen 1 und 7 Tagen wählen. Wir hofften bloß, dass es für Romana nicht zu anstrengend wird, da sie schniefte, hustete und unter Appetitlosigkeit litt. Unser Guide Jajang und sein Assistent Ali versicherten uns aber, dass wir ein langsames Tempo gehen und viele Pausen machen würden. Bevor wir den Eingang zum Nationalpark erreichten, kamen wir noch an einer Durian-Plantage vorbei. Die Durian-Frucht ist ja aufgrund ihres starken Geruchs als Stinkfrucht bekannt, aber in ganz Südostasien sind die Leute verrückt danach. Jajang erklärte uns, dass es leider immer wieder zu Konflikten mit seltenen Tieren wie Sonnenbär, Orang Utan usw. kommt, da auch diese gerne Durian fressen, da logischerweise die oft armen Farmer aber auf die Ernte angewiesen sind.
Am ersten Tag im Dschungel sahen wir neben einem riesigen Pfau dann gleich fünf verschiedene Affenarten: Orang Utans, Schweinsaffen, Thomas Leaf Monkeys, Braune Gibbons und Langschwanz Makaken, die auch als “Gangster-Monkeys” bekannt sind, da sie gerne Leute erschrecken und das Essen stehlen. Jajang erklärte uns wirklich sehr viel Interessantes, und Ali richtete eine unglaubliche Früchteplatte auf Bananenblättern für uns her. Am Nachmittag erreichten wir dann das Lager an einem kleinen Bach. Viele einfache Strohhütten stehen hier entlang des Wassers, die Touristen schlafen auf dünnen Matratzen in einem Moskitonetz, das von der Decke herunterhängt. Wir sprangen dann gleich ins kühle Nass, was für eine Wohltat, nachdem wir aufgrund der immensen Luftfeuchtigkeit komplett durchgeschwitzt ankamen. Ali erwies sich als Profi-Schnitzer und zeigte uns, wie man aus den Tonsteinen im Bach einen Orang Utan schnitzte. Ein eigener Koch wartete sogar auf uns, der uns dann viele gute indonesische Gerichte auf dem Boden sitzend servierte. Luxus mitten im Dschungel! 😉 Richtig tief kommt man mit den kürzeren Touren ja nicht rein in den Urwald, erst ab 4 Tagen wird dann das Lager immer neu aufgebaut mit Zelt usw., meinte unser Guide Jajang. Romana hatte leider wieder überhaupt keinen Appetit, aber zumindest war die Wanderung nicht zu anstrengend gewesen für sie.
Am zweiten Tag kamen wir dann sogar noch den selteneren schwarzen Gibbons oder Siamang ziemlich nahe. Schildkröten, Geckos und auch Nashornvögel konnten wir beobachten, deren riesige Schwingen beim Fliegen ein lautes Geräusch verursachten. Schlangen oder Spinnen sahen wir keine, die seien aber auch mehr nachtaktiv, hieß es. Weiter im Inneren des Nationalparks findet man noch den Sumatra Tiger, das Sumatra Nashorn, Elefanten und den Malaienbär, allesamt stark gefährdet. Nach mehreren Stunden Auf und Ab in teilweise echt steilem Gelände erreichten wir das Camp für Nacht 2 an einem diesmal größerem Bach, auf dem wir dann am nächsten Tag nach Bukit Lawang zurück “raften” sollten.
Das “Klo” im Lager war dann eine im Boden einzementierte Schüssel umgeben von halb zusammengebrochenen Wänden aus Plastikfolie und ohne Dach. Schon auf dem Hinweg sah ich die unzähligen kleinen Gangster-Monkeys, die überall in den Büschen und Bäumen hockten. Ich hoffte inständig, dass die Affenbande mich beim Verrichten des Geschäfts nicht attackieren würde. Stattdessen begann ein kleiner Baby-Gangster direkt über mir zu urinieren und verfehlte mich nur um Zentimeter mit seinem Strahl, dafür traf er genau in die Tonne mit dem Spülwasser, das per Hand geschöpft wird 😂🐒 Er wollte wohl SEIN Reich markieren, und mich gleich dazu!
Abends brachten uns Jajang und Ali mit Streichhölzer-Rätsel zum Verzweifeln, dafür zeigten wir ihnen einen Kartentrick, der die beiden staunen und Ali noch lange grübeln ließ. Wir hatten echt Glück mit unseren beiden lustigen Guides! Nur bei Romana kam nun unnötigerweise auch noch der braune Blitz hinzu, genau das was man braucht fernab der Zivilisation…
Beim Frühstück dann am nächsten Tag knallte plötzlich etwas direkt vor uns auf den Boden, Romana stieß einen so lauten Schrei aus, dass mir die Ohren klingelten. Ein Gangster-Affe war vom Dach heruntergesprungen und klaute sich die Kekspackung, deren Inhalt er sich dann genüsslich auf dem Dach hineinstopfte. Nach diesem lustigen Erlebnis gingen wir zu einem kleinem Wasserfall, wo zuerst uns die Guides mit Naturmaterialien ein “Jungle-Make-Up” verpassten und dann wir ihnen (siehe Titelfoto 😉). Das Rafting war dann ein “Schlauchreiten” mit zusammengeknoteten LKW-Schläuchen, machte aber wirklich Spaß und war ein gelungener Abschluss unseres Jungle-Trekkings!


























Der “Tourist-Bus” nach Berastagi war dann ein Auto, da wir insgesamt nur drei Fahrgäste waren. Für die nur 120 Kilometer brauchten wir 4 bis 5 Stunden, das zeigt wieder gut, wie schlecht die Straßen hier ausgebaut sind. Wenn dann noch eine Baustelle hinzukommt oder ein LKW an einer Engstelle vorbei muss, entstehen oft sofort Staus und Chaos und man kann erst nach Minuten wieder weiterfahren. Das Klima hier ist angenehm kühl, denn wir befinden uns auf über 1000 Meter Seehöhe. Während Romana sich auskurierte, war meine erste Tat in Berastagi eine Apotheke zu suchen, um Kohletabletten und Hustensaft zu organisieren, denn Romana ging es noch nicht besser, auch am nächsten Tag noch nicht. Ursprünglich wollten wir hier ja auf den Vulkan Sibayak wandern, was aber aufgrund Romanas Gesundheitszustandes natürlich nicht möglich war. Stattdessen fuhren wir dann mit dem ausgeliehenen Roller am Donnerstag in die Stadt, da dort ein großer Erntedank-Umzug mit anschließendem Fest stattfand. Wir waren leider viel zu früh da, aber es konnte uns auch keiner so genau sagen, wann denn der Umzug starten sollte. Die Wagen waren dann echt toll mit Gemüse und Obst geschmückt, und von den größeren Wägen winkten Einheimische in ihrer schönen traditionellen Tracht. Die meisten Leute hier in Berastagi gehören der Karo-Volksgruppe an, die irgendwann von den Holländern missioniert wurde und es deshalb hier wieder Kirchen statt Moscheen gibt. Indonesien war ja bis nach dem Zweiten Weltkrieg eine niederländische Kolonie. Nach dem Umzug stürmten dann alle Richtung Festgelände, so auch wir. Weiße Touristen sah man wieder weit und breit keine, weshalb wir bei den tausenden Locals wieder die Sensation waren – viele wollten mit uns wieder Fotos machen. Das Fest gefiel uns sehr gut, auf der Bühne sangen indonesische Stars und im Erntedank-Stil verkleidete Models führten ihre aufwändigen Kostüme vor. Während hier in Indonesien wahrscheinlich 90% aller Männer ständig rauchen, sahen wir viele Frauen beim Betelnuss kauen, wie schon in den Phillipinen. Diese Kerne stammen aus der Frucht der Areka-Palme, werden oft mit Tabak gemischt und sind berauschend, stark krebserregend und trotzdem in großen Teilen Asiens eine Volksdroge. Wir erkannten sofort am Lächeln der Indonesierinnen, ob sie abhängig waren oder nicht – der Konsum färbt die Zähne, Zahnfleisch und Lippen total rot.
Als wir dann zu unserem geparkten Roller zurückkehrten, bemerkte ich gleich ein großes Loch in der Plastikverkleidung, war mir aber nicht mehr 100% sicher, ob es nicht schon da war, bevor wir ihn ausgeliehen haben. Und ausgerechnet dieses Mal habe ich vergessen, Fotos vom Moped vor der Übergabe zu machen, was wir normalerweise immer tun als Beweis. Irgendjemand muss unseren Roller umgeschmissen haben… Der “Parkwächter” wusste natürlich von nichts, konnte kein Englisch und verlangte obendrein eine Parkgebühr von 5000 Rp (30 Cent). Abends stand dann der Besitzer vor unserer Zimmertür und wollte eine Erklärung und Entschädigung für den Zustand des Rollers… Toll! Wir konnten natürlich nichts dafür, trotzdem gilt in diesen Ländern, dass man als “Mieter” für alle Schäden haftet, Versicherung gibt es ja keine. Ich erklärte ihm, dass wir leider nicht gesehen haben, wie es passiert ist, aber jemand den Roller umgeschmissen haben muss. Er rief einen Mechaniker an und fragte nach, wieviel der Schaden etwa betrug. Zum Glück sind die Teile und kleineren Reparaturen in Indonesien für uns spottbillig, ich konnte auf 500.000 Rupien herunterhandeln, was nur 28€ entspricht. Zwar unnötig, da wir nicht die Schuld waren, aber es half nichts.
Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter zum Tobasee, dem größten Kratersee der Welt, etwa dreimal so groß wie der Bodensee. Vor 74.000 Jahren brach der Supervulkan Toba dermaßen aus, dass vulkanisches Material 50 km hoch in die Atmosphäre geschleudert wurde und die Erde um bis zu 15°C abkühlen ließ. Es wird vermutet, dass dadurch die Menschheit fast ausgerottet wurde, nur etwa 15.000 Individuen Homo erectus dürften in Afrika überlebt haben! Ist das nicht irre?
Romana ging es leider mit der Verdauung immer noch nicht besser, die Kohletabletten-Kur half diesmal leider nicht. Einen Krankenhausbesuch wollten wir vermeiden, zudem die nächste gute Klinik in Medan einige Stunden Autofahrt entfernt ist. Irgendein Keim wird es wohl sein, war meine Vermutung, ein Antiobiotikum würde wahrscheinlich nicht schaden. Nach Rücksprache mit einer befreundeten Ärztin, die mir die Selbstmedikation von Romana mit Azithromycin bestätigte, ging ich gleich bei unserer Ankunft in Samosir in eine Apotheke, in der Hoffnung alles zu bekommen. Und tatsächlich, in der kleinen Dorfapotheke bekam ich rezeptfrei das Antibiotikum, Buscopan gegen die Bauchkrämpfe und Tigerbalsam gegen den Husten. Bereits am nächsten Tag schien das Antibiotikum gewirkt zu haben und Romana ging es endlich auf einen Schlag besser! Das merkte ich vor allem daran, dass sie auf einmal nur noch von Essen redete. Ja, so gut das indonesische Essen auch überall ist, speziell die letzten Wochen träumten wir schon öfters von Wienerschnitzel und Speckknödel…
Samosir ist eine Insel im Lake Toba, also eine “Insel auf der Insel” sozusagen 😉 Auch hier ist das Klima sehr angenehm und nicht feucht, der See liegt auf 900 Meter. Die hier lebende Volksgruppe heißt Batak und ist berühmt für die traditionellen Häuser mit ihrer typischen Dachform. Wir verbrachten relativ ruhige vier Tage hier, außer dem nervigen Straßenlärm, den wir immer im Zimmer hörten, da die Türen und Fenster so schlecht schließen und den Schall ungehindert eindringen lassen. Da Romana ja gottseidank wieder fit war, erkundeten wir den südlichen Teil der Insel Samosir mit dem Roller und wollten dann für den Rückweg über eine kleinere Straße die Insel queren, die unsere OpenStreetMaps Offline-Karte als asphaltierte Straße anzeigte. Die ersten Kilometer waren ja noch befestigt, aber schon bald war es eine steile, ausgewaschene Schotterstraße. Als wir dann auf der Hochebene auf 1500m ankamen, dachten wir uns, jetzt wird der Weg hoffentlich besser werden, von einer Straße konnte man schon lange nicht mehr reden. Umkehren wollten wir auch nicht, denn es war schon fast 17:00 Uhr. Der schmale Pfad führte dann durch den Wald, immer wieder musste Romana absteigen, damit ich den Roller durch holprige Schlammstellen durchmanövrieren konnte. Das Gewitter am Nachmittag hatte es uns natürlich nicht einfacher gemacht – eine richtige Offroad Schlammschlacht mit einem Automatikroller 🙈 Was für eine Scheißidee diesen Weg zu nehmen, wären wir nur auf der guten asphaltierten Hauptstraße geblieben. Wir hofften, dass der Pfad überhaupt zur Ostseite der Insel führte und nicht irgendwo total zugewuchert endete. Außer Wasserbüffel war uns schon ewig niemand mehr entgegengekommen, wenigstens sah man einige frische Motorradspuren. Wir brauchten aufgrund des schwierigen Geländes ewig für die paar Kilometer, ob sich hierher überhaupt schon mal ein Tourist verirrt hat, fragen wir uns. Als uns dann ein Einheimischer auf dem Motorrad entgegenkam und uns erklärte, dass es nicht mehr weit sei zur Straße, waren wir sehr erleichtert! Dann hatten wir es geschafft, für die 18 Kilometer brauchten wir ca. 2 Stunden 😂
Gestern, am letzten Abend am Tobasee, machten wir noch einen Batak-Kochkurs. Die quirlige Kochlehrerin Heddy bereitete mit uns Gado-Gado, Fisch Pepes und Hühner-Curry zu. Alle drei Speisen schmeckten ausgezeichnet! Heute war es schon wieder ziemlich spannend, denn wir mussten den Flieger nach Jakarta erreichen, nachdem dieser eine Stunde vorverlegt wurde. Wir waren ziemlich nervös, denn unser Taxi nach Medan startete schon 20 Minuten zu spät, typisch indonesisches Chaos halt. Als der Fahrer dann noch für ein Mittagessen anhielt, stieg unsere Laune auch nicht gerade. Der Stress war aber umsonst, gerade sitzen wir am Flughafen und der Flieger ist aktuell 3,5 Stunden verspätet 🥳 Wir werden sehen, ob wir es heute noch nach Jakarta schaffen. Von dort geht es noch für 4 Nächte nach Taipeh, bevor wir unseren Heimaturlaub Nummer 2 antreten. Wie lange dieser dauert, wissen wir noch nicht und haben auch noch keinen Plan für die Zukunft, obwohl uns die andere Hälfte der Erde schon auch noch reizen würde 😉























Fazit Indonesien
Was uns gefallen hat:
- Die vielen uns teilweise unbekannten, supersüßen tropischen Früchte wie Mangostin, Rambutan, Schlangenfrucht, Tamarilo, Drachenfrucht, uvm.
- Das Essen war eigentlich überall gut. Nasi Goreng (gebratener Reis) oder Mie Goreng (gebratene Nudeln) gingen immer und überall! Patricks Lieblingsspeise, die es jedoch fast nirgends gab, war Beef Rendang, ein in Kokosmilch gekochtes Rindfleisch. Zu Romanas Leidwesen war auf Sumatra das Essen immer scharf, auch wenn man „not spicy“ dazusagte 😉
- Das Tauchen und die Unterwasserwelt in Indonesien ist unvergleichlich. Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Aber auch der Dschungel auf Sumatra hat natürlich viele tolle Begegnungen mit wilden Tieren gebracht.
- Die ungespielte Freude der Einheimischen in untouristischen Gebieten, nur weil man vorbeikam, grüßte oder ihnen zulächelte. Die Kinder schrien oder wunken uns oft schon von Weitem zu.
- Das Preisniveau ist für uns nach westlichen Verhältnis Verdienenden natürlich extrem niedrig. Wir müssen zugeben, es macht schon Spaß, für 1,50€ eine Hauptspeise zu bekommen. Die günstigte Unterkunft kostete 18€ für drei Nächte. Relativ gesehen ist das Leben für Indonesier aber fast teuerer wie für uns in Österreich, wenn man bedenkt dass ein Arbeiter in einer Kautschukplantage einen Monatslohn von etwa 50€ bekommt. Unfassbar! Deshalb brechen viele Indonesier sehr früh die Schule ab, um für die Familie Geld verdienen zu können.
- Als erstes Land auf Reisen fiel bei den Bankomaten keine zusätzliche Gebühr fürs Abheben an.
Was uns weniger gefallen hat:
- Der Verkehr und der Straßenlärm ist für uns teilweise ohrenbetäubend. Die Indonesier scheinen kein Bedürfnis nach Stille zu haben und motzen die Mopeds mit extra lauten, selbstgeschweißten Auspuffs auf. Jetzt waren wir (absichtlich) meist nur in kleineren Städten unterwegs, wir wollen uns gar nicht vorstellen wie es erst in Jakarta zugeht.
- Schon wieder: Der Müll. Indonesien war bis jetzt das erschreckendste Beispiel aller bisher bereisten Länder. Plastik, Plastik, und noch mehr Plastik. Wenn die Indonesier so weitermachen die nächsten Jahre, kommen sie mit Verbrennen nicht mehr nach und gehen unter im Müll.
- Das illegale Wildern und Abholzen des Regenwaldes, dem anscheinend nur durch Gelder aus dem Ausland etwas Einhalt geboten werden kann. Die starke Milliardenindustrie der Palmölplantagen trägt auch nicht gerade positiv zum Erhalt des Regenwaldes bei.
- Gewisse Orte wie Bali oder Komodo sind halt Opfer des Massentourismus geworden. Das führt dann oft dazu, dass Scamming (Betrug) sehr einfach wird. Ein paar dumme Touris (wie wir 😉) fallen schon darauf rein…
Was uns kurios erschienen ist:
- Die extrem lange Fahrzeit, die man zum Zurücklegen relativ kurzer Strecken braucht. Der Zustand der Straßen und auch das Verkehrsaufkommen lassen einfach nicht mehr zu. Die Zeit auf Google Maps ist oft nicht realistisch.
- Am Lake Toba gabs überall Magic Mushrooms zu kaufen 😂 Die „lustigen“ Pilze wurden direkt neben Wäscheservice und Massage beworben, alles Wichtige was man braucht, oder?
- Medikamente, wie Antibiotikum, bekommt man überall rezeptfrei in jeder „Apotheke“. Ich habe irgendwo gelesen, dass es durch die leichte Erhältlichkeit große Probleme mit Antibiotika-Resistenzen gibt.
- Rauchen gehört zumindest unter den Männern zum guten Ton, während die Frauen oft Betelnuss kauen. Alkohol ist nur in den Touristengebieten leicht erhältlich, und da auch meist nur Bier.
- Bali war hinduistisch, während das nahe gelegene Lombok schon extrem muslimisch war. In Sumatras Landesinneren sahen wir dann wieder haufenweise Kirchen.
- Auf den Inlandsflügen konnte man problemlos Getränke durch die Sicherheitskontrolle mitnehmen.
Petra
Seeeehr interessant!!!! Gewaltige Erlebnisse!!
Fein, dass Romana wieder fit ist; dann könnt ihr den „Heimaturlaub“ nicht nur zum Auskurieren nutzen ……