raus aus dem alltag – rein ins abenteuer!

Zweimal Ecstasy, bitte!

Happy New Year 2024! Wir wünschen allen Lesern ein gutes neues Jahr mit viel Glück, Gesundheit und tollen Reisen 😉!

Die Weihnachtsfeiertage ließen wir ruhiger angehen und gönnten uns (für Laoten) unbezahlbar teure Abendessen in gehobenen Restaurants für über 1 Million Kip, also 45€. Wir kamen aber nicht drum herum, uns den bekannten Buddha-Park außerhalb von Vientiane anzuschauen, welchen wir nach einer einstündigen Busfahrt auch erreichten. Hunderte Buddha-Statuen in allen Größen und Erscheinungsformen sind hier zu bewundern.

Zu unserem nächsten Ziel, der Partystadt Vang Vieng, brachte uns ein Minivan, den wir online buchten. Fast alle Transporte können aber entweder im Hotel oder bei den vielzähligen Touranbietern gebucht werden. Zwischen Vientiane und Vang Vieng gibt es seit 3 Jahren eine Autobahn, die erste überhaupt in Laos. Gebaut wird diese, wie so vieles aktuell auf der ganzen Welt, von den Chinesen. Auch neue Brücken, Dämme und Zugstrecken sind hier in chinesischer Hand, was langfristig sicherlich kritisch zu betrachten ist, aber auch aufzeigt, dass Laos allein noch nicht imstande ist, moderne Infrastruktur zu bauen. Vang Vieng wurde als wildeste Partymeile mit extremen Drogenkonsum in ganz Südostasien bekannt und zog tausende Hippies und Backpacker an. Dies nahm so krasse Auswüchse an, dass im Jahr 2011 nach offiziellen Angaben 22 Touristen starben, hauptsächlich beim Schlauchreiten nach Drogenkonsum. Daraufhin griff die Regierung ein und sperrte zahlreiche Lokale und die Region spezialisierte sich eher auf Action-Unternehmungen wie Ballonfahren, Kayaking, Ziplining usw. Aber auch heute noch ist der Zugang zu harten Drogen ziemlich einfach, man bekommt sie wenn man will an vielen Bars. Uns wurde in einer Bar zusätzlich zur Speise- und Getränkekarte eine „spezielle“ Menükarte gegeben, darauf fanden sich Gras, LSD, Ecstasy, Pilze und alles was das Junkie-Herz begehrt… Wahnsinn oder? Wir fanden das zumindest sehr erschreckend!

Wir schafften es sogar um 05:00 Uhr aufzustehen, um den Nam Xay Aussichtspunkt zum Sonnenaufgang zu erklimmen. Die Aussicht auf die im Nebel liegenden Berge war gigantisch, wir mussten sie allerdings mit zahlreichen anderen Touris teilen. Weiters machten wir eine entspannte Kayak-Tour, bei der wir ein gleichgesinntes Münchner Pärchen kennenlernten. Transportmittel Nummer 1 vor Ort war für uns natürlich wieder ein geliehener Automatikroller, mit dem wir über die extrem staubigen Straßen von Schlagloch zu Schlagloch hüpften. Speziell nordwärts von Vang Vieng ist die Haupstraße bis jetzt die schlechteste, der wir auf all unseren Reisen bisher begegnet sind. Von Vang Vieng bis zur ehemaligen Königsstadt, Luang Prabang, braucht man über die Berge aktuell etwa 6 Stunden, wenn die geplante Autobahn fertig gebaut ist, nur noch ca. 1,5 Stunden! Und man kann sich kaum vorstellen, wie staubig es beim Fahren ist… neben der Straße ist alles von Häusern bis Bäumen braun und voller Staub.

Luang Prabang hat uns wirklich sehr gut gefallen, schöne Holzhäuser mit viel Charme, unzählige goldene Tempel und Restaurants direkt am Mekong für den romantischen Sonnenuntergang. Das laotische Essen schmeckt uns ausgezeichnet, es gibt viel Reis- und Nudelgerichte wie z.B. Pad Lao, und man findet endlich auch wieder viel Gemüse! Manche Gerichte sind extrem scharf, wie Laab, ein Fleischsalat und das Nationalgericht von Laos. Zum Glück gibt es alle Speisekarten auf Englisch, denn Lao ist mit Thai eng verwandt und für uns nicht entzifferbar, so schreibt man z.B. Luang Prabang: ແຂວງຫຼວງພະບາງ.

Am Silvestertag standen wir wieder mal sehr früh um 05:00 auf, um den Almosengang der Mönche anzuschauen. Da buddhistische Mönche kein Einkommen haben, sind sie auf Spenden von gläubigen Buddhisten angewiesen. Bei der für die Bevölkerung wichtigen Zeremonie werden den Mönchen frühmorgens Klebreis und andere Speisen angeboten, die sie wortlos in einer Kolonne annehmen. Buddhistische Mönche dürfen nur bis 12:00 mittags Mahlzeiten einnehmen, welche aber nicht vegetarisch sind, wie ein weit verbreiteter Irrglaube ist. Leider stören zunehmend Touristen das Ritual, die sich nicht an die Verhaltensregeln halten, nämlich, dass man zu den Mönchen Abstand halten soll, wenn man nicht direkt daran teilnimmt (also Essen spendet). Speziell chinesische Urlauber halten den orange gekleideten Mönchen die Kameras direkt vors Gesicht und versperren ihnen den Weg, um ein Foto oder Video zu erhaschen. Respektlos! Nach diesem einzigartigem kulturellem Schauspiel fuhren wir kurz zum Aufwärmen in die Unterkunft, im Dezember/Jänner ist es in der Früh ist es wirklich kalt, und untertags mit der Sonne wieder total heiß.

Laos hieß früher ja Lane Xang, also „Land der 1 Million Elefanten“. Heute gibt es leider nur noch ungefähr 400 wilde, und 400 gehaltene Elefanten im Land. Irgendwie wollten wir schon echte Elefanten in Laos sehen, informierten uns aber gut über diverse Einrichtungen mit den riesigen Landsäugetieren, da längst nicht alle die Tiere gut behandeln. Wir entschieden uns für das halbwegs nahegelegene Manifa Elefanten-Camp, bei dem auch auf den Tieren geritten wird, was allerdings umstritten ist, ob es gut oder schlecht für die Tiere ist. Kaum angekommen, durften wir zwei dieser majestätischen Kreaturen mit Bananen füttern und dann saßen wir auch schon auf deren Rücken. Wir wurden durch einen Waldpfad geführt, begleitet von den Elefanten-Trainern (Mahouts). Es kam uns ein elefantenreitender Mitarbeiter entgegen, und wir mussten leider miterleben, wie dieser mit seiner gesamten Kraft, mit voller Wucht einen Stock auf den Kopf seines Elefanten schlug, dass es nur so krachte. Patrick versuchte mit einem „Hey!“ den Typen davon abzubringen, woraufhin Patricks Guide auch versuchte ihn zu beruhigen. Ziemlich schockiert ging es weiter auf dem Tier Richtung Mekong Fluss, wo wir auf dem Rücken des Elefanten ins Wasser baden gingen. Nach der Tour sprachen wir einen englisch-sprechenden Mitarbeiter darauf an, was wir beobachtet hatten. Dieser zeigte sich schockiert, und versicherte uns, dass er dies sofort seinem Chef meldet und dass in diesem Camp die Elefanten gut behandelt werden und Gewalt nicht toleriert wird. Kurz darauf kam er wieder, und berichtete uns, dass sein Boss sehr aufgebracht ist. Der Typ, der den Elefanten geschlagen hat, dürfte irgendein psychisches (Drogen-)Problem haben und man könne momentan gar nicht mit ihm reden, aber er wurde anscheinend sofort rausgeschmissen…

So schön das Erlebnis mit den wirklich gesund aussehenden Elefanten auch war, irgendwie hinterlässt es einen faden Nachgeschmack, weil man halt nicht weiß, wie oft wirklich Gewalt eingesetzt wird zum Bändigen der Elefanten. Zumindest die Reaktion des Camps auf unsere Schilderung war professionell, und auch die Webseite versucht einen wissenschaftlichen Kontext bzgl. des Reitens und der Interaktion mit Menschen/Touristen herzustellen.

Erste Verschleißerscheinungen der Ausrüstung machen sich bemerkbar, ein Gummi am Regenschutz ist ausgerissen, eine Naht am Tagesrucksack ging auf, und ein kaputter Reißverschluss an einer Hosentasche ließen uns eine Schneiderei aufsuchen („Clothes Repair Shop“). Zwei Stunden später konnten wir alles perfekt repariert abholen, verlangt wurden 45000 Kip – 2€. Wow, da passt Preis/Leistung noch!

Der Silvesterabend war dann ziemlich unspektakulär. Wir verschliefen sogar den Jahreswechsel, da wir schon so müde vom ausgefüllten Tag waren. Heute ging es noch weiter in den Norden von Laos, nach Nong Khiaw. Davon werden wir aber erst im nächsten Beitrag berichten!

PS: Zur Beruhigung unserer Eltern und Großeltern – nein, wir haben uns keine Drogen bestellt! 😉

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  1. Petra

    wow, wow – gewaltig….. und wir hatten keine Angst, wegen des Drogenkonsums…… 🙂

  2. Maria und Gottfried

    Immer ganz tolle Reiseberichte und Fotos !

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